Wie bereite ich eine Bibelarbeit
vor?
Eine kurze Anleitung vom
Kreis junger Erwachsener der FeG
Hamburg-Lokstedt
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Inhalt
Liebe Leute,...
...hiermit möchten wir Euch eine kleine
Hilfestellung zum Vorbereiten einer Bibelarbeit geben. Aus zahlreichen
Vorlagen mit gleichem oder ähnlichem Titel haben wir versucht, das
Beste auszuwählen und in knapper und lesbarer Form zusammenzustellen.
Dabei lag uns daran, möglichst konkret und möglichst praktisch
zu bleiben.
Wir möchten dabei aber nicht in die
nervtötende Unsitte mancher "So macht man’s richtig" – Ratgeber verfallen
und so tun, als wären die Punkte, die wir hier nennen, unbedingt genau
so anzuwenden oder als würden wir selbst dies immer tun. Uns ist klar,
daß diese Anleitung gewissermaßen eine idealtypische Vorlage
bietet, die wohl kaum jemals jemand so in allen Schritten abarbeiten wird.
Sicher kann auch nicht jeder in gleichem Maße etwas mit allen Punkten
anfangen. Wer seine eigenen Ideen hat, soll unsere Vorschläge getrost
beiseite lassen. Für alle anderen wünschen wir uns, daß
sie darunter die Anstöße finden, die ihnen bei der Vorbereitung
einer Bibelarbeit weiterhelfen. Wenn Ihr uns weitere Anregungen und Praxistips
zur Verbesserung dieser Seite geben möchtet oder sie sonstwie kommentieren
wollt, freuen wir uns, wenn Ihr uns eine Mail
zukommen laßt.
Viel Spaß beim Lesen
wünscht euch der KJE der FeG Hamburg-Lokstedt
I.
Was ist eine Bibelarbeit?
II.
Vorüberlegungen
III.
Gott mit einbeziehen
IV.
Hilfsmittel
V.
Verschiedene Arten der Bibelarbeit
VI.
Den Text auswählen und erschließen
VII.
Erste Formgebung
VIII.
Der Ablauf
IX.
Praktische Tips
X.
Für absolute Notfälle: Bibelfix von Maggi
Schlußwort
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Unter einer Bibelarbeit verstehen wir hier
das gemeinsame Bearbeiten eines ausgewählten Bibeltextes in einer
kleineren Gruppe, die meist von jemandem angeleitet wird, der sich vorher
besonders darauf vorbereitet hat. Die Bibelarbeit ist dabei eine informative
und zur offenen Diskussion anregende Erschließung biblischer Texte.
Während im Gottesdienst oder in der Andacht der Inhalt biblischer
Texte dem Hörer ansprechend und treffend zugesprochen werden soll,
wird in der Bibelarbeit mehr dem Verstehen und dem Fragen nach Hintergründen
Raum gegeben. Dabei sind auch kritische Rückfragen oder Einwände
erwünscht, so daß im besten Fall jeder Teilnehmer von den Einsichten
jedes anderen profitieren kann. Ziel der Bibelarbeit ist es, das Wissen
über das, was in der Bibel steht zu vertiefen, Wege zu finden, etwas
davon in der Praxis umzusetzen und insgesamt zu einem eigenen mündigen
Gebrauch der Bibel beizutragen.
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Motivation
zu
den Unterpunkten
Durch die Bibel spricht Gott zu uns, und
Gott meint es gut. Mit einer gut vorbereiteten Bibelarbeit tut man sich
selbst und anderen etwas Gutes. Wer eine Bibelarbeit vorbereitet zieht
in der Regel für sich selbst noch das meiste daraus. Er lernt ein
Stück der Bibel besonders gut kennen und kann darauf in Situationen,
in denen es paßt zurückgreifen. Gott kann darauf aufbauen und
ihm Dinge vermitteln, zu denen er ohne diese Bibelkenntnis vielleicht keinen
Zugang hätte.
Gott gebraucht einen Bibelarbeit auch,
um die Menschen anzusprechen, die daran teilnehmen. Schon allein daß
sie gemeinsam die Bibel lesen kann die Beziehung zu Gott lebendig halten
oder ihr neue Impulse geben, selbst, wenn das nicht immer offensichtlich
geschieht. Gott kann und will durch die Bibelarbeit einzelne Menschen persönlich
ansprechen und ihnen etwas zukommen lassen, auch wenn derjenige, der sie
gestaltet, selbst keine Vorstellung davon hat, wie dies geschehen soll
oder sich unsicher fühlt. Je sorgfältiger dabei eine Bibelarbeit
vorbereitet wird, desto eher wird etwas von diesem Handeln Gottes erfahrbar.
Darum lohnt es sich mit der Vorbereitung Mühe zu geben. Manfred Beutel
schreibt:
Obwohl Gott das Beste, nämlich
seinen eigenen Sohn, gegeben hat, scheinen viele Christen zu meinen, das
Mittelmäßige und Halbherzige sei gerade gut genug. Wenn Du Dein
Bestes gibst und erbarmungslos Mittelmäßigkeit und Schlamperei
aus Deinem Leben verbannst, wirst Du spüren, daß Gott Dich neuer
Weise als sein Werkzeug seiner Liebe gebrauchen kann. Andere Menschen werden
an Deinem Leben etwas von der Herrlichkeit Gottes entdecken. Hier wird
schon klar, daß es bei diesem Prinzip um ein tiefgreifendes Lebenskonzept
geht, und nicht um etwas Schminke oder hübsche Fassade. ...
Für das Leben in der Gemeinde
hat dieses Konzept unbeschreibliche Folgen. Wenn unsere Veranstaltungen
von Menschen gestaltet werden, die in dem Part, den sie übernommen
haben, ihr Bestes geben, wird das Außenstehende motivieren zu kommen.
Es wird sie erquicken und einigen von ihnen wird diese Haltung sogar eine
Hilfe sein, ein Leben mit Gott zu beginnen.
Aus "Leidenschaft einüben"
von Manfred Beutel
Einsam oder
gemeinsam? zu
den Unterpunkten
Oft ist es eine Hilfe, eine Bibelarbeit
nicht allein, sondern mit einem Partner vorzubereiten und durchzuführen.
Man inspiriert sich gegenseitig, teilt sich die Arbeit und fühlt sich
sicherer bei der Durchführung. Eine rechtzeitige Absprache erleichtert
die gründliche Vorbereitung.
Vorbereitung
braucht Zeit zu
den Unterpunkten
Die Vorbereitung einer Bibelarbeit braucht
Zeit: Man sollte sich bewußt Zeit nehmen, um während der Vorbereitung
auf Gott zu hören und um den Text auf sich wirken, zu lassen und Ideen
zu sammeln. Man braucht aber auch einiges an Zeit, um die praktischen Vorbereitungen
für die Durchführung zu treffen. Wenn man sich die nötige
Zeit nicht nimmt, dann werden oft die Ideen zur praktischen Durchführung
daran scheitern, daß das Papier im Kopierer alle ist, daß der
Overhead-Projektor ausgeliehen ist oder daß einem irgend etwas in
die Quere kommt und verhindert, was sich mit etwas mehr Zeit gut hätte
erledigen lassen. Deshalb sollte man, sobald man sich zur Vorbereitung
einer Bibelarbeit entschlossen hat, wenigstens einmal kurz darüber
nachdenken, wie man sie gestalten könnte, und was man dafür organisieren
muß, damit einem nicht die Ideen erst dann kommen, wenn es zu spät
ist, sie umzusetzen.
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Als Christen glauben wir, daß wir die
Bibel nicht ohne die Hilfe Gottes verstehen und ebensowenig ohne die Hilfe
Gottes ihre Inhalte weitervermitteln können. Darum sollte keine Bibelarbeit
ohne Gebet und das Hören auf Gott vorbereitet werden. Die eigentliche
Frage bei der Vorbereitung der Bibelarbeit ist nicht "wie sage ich es
meinem Kinde (den Hörern), sondern wie sagt der Vater es mir, seinem
Kinde" (Rudolf Bohren). Dazu ein paar Gedankenanstöße:
Gebet
zu
den Unterpunkten
Wenn es jemandem unter euch an Weisheit
mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt;
so wird sie ihm gegeben werden.
Jakobus 1, 5
Hört nie auf zu bitten und zu beten!
Gottes Heiliger Geist wird euch dabei leiten. Bleibt wach und bereit. Bittet
Gott inständig für alle Christen in der Welt. Betet auch für
mich, damit Gott mir zur rechten Zeit das rechte Wort gibt und ich das
Evangelium von Jesus Christus frei und offen verkündigen kann.
Epheser 6, 18+19
Von besonderer Bedeutung ist es, für
die Gemeindeversammlung zu beten. Hier haben wir viel versäumt. Unter
den Vorbereitungen für die Versammlungen nehmen wir die Vorbereitung
durch Gebet am leichtesten. Wie werden Versammlungen gewöhnlich vorbereitet?
Wir setzen fest, wo und wann sie abgehalten werden sollen und sorgen dafür,
daß wir einen Prediger haben. Wenn wir die Versammlung dann noch
richtig angekündigt haben, glauben wir, alles getan zu haben. Wir
beten höchstens noch für die Versammlung, eben bevor wir hingehen.
Viele kommen dann zu spät. Andere sind zeitig da, aber benutzen sie
die Zeit, für die Versammlung zu beten? Nein, gewöhnlich reden
sie über Hinz und Kunz, bis es endlich so weit ist, daß die
Sache beginnt. Und dann wundern wir uns, daß unsere Versammlungen
so wenig fruchtbringend sind. Die Hölle lacht, und der Himmel weint
über solche Versammlungen. Wieder lautet das wehmütige Wort unseres
Herrn: ,Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet." Ach, wenn nur Gottes Volk
die Arbeit sehen würde, die vor den Versammlungen im Gebet geleistet
werden sollte. Dann würden die Gläubigen selbst ganz anders gesegnet
werden, und die Versammlungen würden heilige Kraftzentren werden,
wo wunderbare Dinge geschehen würden. Die Form der Predigt wäre
vielleicht die gleiche, aber es würde sich eine neue Kraft durch sie
offenbaren.
Aus "Vom Beten" von
Ole Hallesby
Hören
auf Gott zu
den Unterpunkten
Dann werde ich den Vater bitten, daß
er an meiner Stelle jemanden zu euch senden soll, der euch helfen wird
und euch nie verläßt. Dies ist der Geist der Wahrheit... Der
Heilige Geist, den euch der Vater an meiner Stelle senden wird, er wird
euch an all das erinnern, was ich euch gesagt habe, und ihr werdet es verstehen.
Johannes 14, 15+16+26
Der Heilige Geist, den euch Christus gegeben
hat, er bleibt in euch. Deshalb braucht ihr keine anderen Lehrer, der Heilige
Geist ist selbst euer Lehrer.
1. Johannes 2,27
Wenn wir Gott alles erzählt haben,
was uns bedrängt, sollen wir es damit belassen. Wir sollen darauf
Vertrauen, daß Gott es gehört hat und daß es bei ihm gut
aufgehoben ist. Wir sollen nicht ständig um uns kreisen und Gott nur
als Zuhörer benützen, der selbst nichts zu sagen hat. Das gibt
es ja auch im menschlichen Gespräch. Manche benutzen einen nur als
Mülleimer. Sie erzählen von sich, aber sie wollen gar keinen
Rat hören. Sobald man antwortet, meinen sie, das würden wir halt
nicht verstehen, unser Rat würde ihre konkrete Situation nicht berücksichtigen,
wir hätten ja keine Ahnung, wie es bei ihnen wirklich zugehe. Wenn
ich merke, daß ich als Gesprächspartner nicht ernst genommen
werde, werde ich aggressiv. Ich habe keine Lust, nur als Mülleimer
zu dienen. Ich möchte dem andern begegnen. Das kann ich aber nur,
wenn er auch auf mich hört. Sonst wird es nie ein Gespräch. Gott
sollen und dürfen wir nie als Mülleimer benützen. Wir sollen
ihm die Chance geben, etwas zu sagen.
Aber da meldet sich schon der Zweifel:
Wie sagt Gott denn etwas zu mir, wie kann ich ihn hören? Ich höre
doch keine Stimme vom Himmel. Nein, ich höre keine lauten Worte. Aber
beim Gebet kommen mir Gedanken. Und ich kann mich fragen, woher die Gedanken
kommen. Die Psychologie würde sagen, die Gedanken tauchen aus dem
Unbewußten auf Aber warum jetzt gerade dieser Gedanke auftaucht,
kann sie auch nicht mit Bestimmtheit erklären. Da ist es durchaus
legitim, zu sagen, Gott spreche in den Gedanken zu mir. Es sind meine Gedanken,
die in meinem Hirn ablaufen und für Meßinstrumente registrierbar
sind Aber in meinen Gedanken spricht eben Gott zu mir. Natürlich kann
ich
das auch nicht mit Gewißheit sagen.
Ich könnte mir ja auch selbst die Antwort geben. Woher kann ich erkennen,
daß Gott in meinen Gedanken zu mir spricht? Die Mönche unterscheiden
drei Arten von Gedanken: Gedanken, die von Gott kommen, die von den Dämonen
stammen und die aus mir herrühren. Um welche Gedanken sich es jeweils
handelt, das kann ich an ihrer Wirkung erkennen. Gedanken, die von Gott
stammen, bewirken immer inneren Frieden und eine gelassene Ruhe.
Gott spricht nicht in überzeugenden
Argumenten zu uns, sondern in unserem innersten Spüren. Dabei müssen
wir zwei Ebenen in uns unterscheiden: die eine Ebene, die halt oberflächlich
alle Wünsche erfüllt haben möchte, und die andere Ebene,
die wir nur erreichen, wenn wir still genug in uns hineinhorchen und uns
vor Gott in unser innerstes Fühlen hineinspüren. Auf dieser Ebene
spricht Gott zu uns. Und auch alle Worte Jesu, die uns manchmal überfordern
möchten, sind an diese Ebene gerichtet, um uns herauszufordern zu
einem Leben, das unserem Innersten Wesen entspricht. Manchmal zeigt mir
Gott bei so einem Gebet gar nichts. Dann ist es eben ein Hinweis, daß
die Zeit für die Entscheidung noch nicht reif ist, daß ich in
aller Demut und Geduld noch warten muß, bis Gott mir eindeutiger
zeigt, was für mich der richtige Weg ist.
Gott spricht nicht immer sofort zu uns.
Wir müssen vielmehr lange in die Stille hineinhorchen, bis wir sensibel
werden für das, was Gott uns sagen möchte. Zu schnell möchten
wir Gott unsere eigenen Gedanken in den Mund legen. Wenn Gott schweigt,
zwingt er uns, tiefer hineinzufragen, wer dieser Gott wirklich ist. Er
lehrt uns, unsere eigenen Phantasien nicht mit Gott und Gottes Worten zu
verwechseln. Das Schweigen Gottes macht uns feinfühlig, ob wir in
unserem schweigenden Harren nicht doch noch etwas von Gott vernehmen können.
Augustinus sagt einmal: ,,Der ist der beste deiner Diener, dem weniger
daran liegt, zu hören, was er will, als nur zu wollen, was er von
dir hört."
Gott ist nicht ein Gedanke unter vielen.
Und wir können ihm nicht begegnen, wenn wir mit unsern Gedanken außerhalb
von uns spazierengehen. Wir müssen die Gedanken in unser Herz zurückbinden.
Gott begegnen wir nur in unserem Herzen. Die Abwesenheit Gottes auszuhalten,
heißt geduldig immer wieder in sein eigenes Herz zurückkommen,
um dort auf Gott zu hören.
Aus "Gebet als Begegnung"
von Anselm Grün
Ich praktiziere die innere Sammlung, indem
ich Notizen mache. Das ist vielleicht nicht die geeignete Methode für
jedermann. Es gibt Leute, die sagen: ,,Sobald ich einen Bleistift zur Hand
nehme, kann ich, mich nicht mehr sammeln,' das scheint mir zu unnatürlich,
zu formell." Mir dagegen paßt das sehr gut, weil ich leicht während
der Sammlung vor mich hinzuträumen pflegte. Die Tatsache, schreiben
zu müssen, verhindert das Ausweichen in Träumereien, in eine
oberflächliche Betrachtungsweise, was angenehm sein kann, aber keine
Beziehung mehr zur Realität des Lebens hat. Und dann, etwas niederschreiben
zu müssen, wirkt wie ein Hammerschlag auf einen Nagel, der dadurch
tiefer eindringt. Das verpflichtet uns stärker.
Aus "Zuhören können"
von Paul Tournier
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Es empfiehlt sich, bei der Vorbereitung einer
Bibelarbeit mit verschiedenen Bibelübersetzungen zu arbeiten und diese
miteinander zu vergleichen. Nach H.v.Siebenthal unterscheiden wir bei den
unterschiedlichen Bibelübersetzungen zwischen folgenden Typen:
-
kommunikative Übersetzung: Bei
diesem Typ wird darauf geachtet, daß der Sinn (Aussageabsicht) der
Ausgangssprache so gut wie möglich in der Zielsprache wiedergegeben
wird. "Er [der Übersetzer] wird danach ringen, seine Übersetzung
so auszuformulieren, daß sie den Inhalt des Originals nicht nur unverfälscht
wiedergibt, sondem ihn auch möglichst vielen Menschen, für die
er bestimmt ist, ohne unnötige sprachliche (!) Stolpersteine zugänglich
macht." (H.v.Siebenthal). Zu diesem Typ von Übersetzung sind zu zählen:
Gute Nachricht, Gute Nachricht Bibel, Hoffnung für alle, Neue Genfer
Übersetzung u.a.
-
formorientierte Übersetzungen: Das
sind Übersetzungen, die sich in ihrer sprachlichen Form dem Original
annähern. Dazu gehören die Interlinearübersetzungen,
wörtliche Übersetzungen (revidierte Elberfelder) u.a.
-
bearbeitende Übersetzung: Das
sind solche, die besonders auf eine spezielle Zielgruppe hin angefertigt
wurden. In diese Gruppe würden z.B. die Kinderbibeln gehören.
Die uns bekannten Übersetzungen: Luther
84, Züricher, Einheitsübersetzung sind solche, die verschiedene
Elemente in sich vereinen, grundsätzlich gehören sie aber in
die Kategorie der ,,formorientierten Übersetzungen".
Einige Anmerkungen zu den wichtigsten deutschen
Übersetzungen:
-
Lutherübersetzung: Ihre Kenntnis
gehört gewissermaßen in Deutschland zur Allgemeinbildung, da
sie am weitesten verbreitet ist und viele Verse nach ihrem Wortlaut bekannt
sind. Es gibt verschiedene (Überarbeitete (revidierte) Fassungen des
ursprünglichen Luthertextes. Die aktuellste ist derzeit die Fassung
von 1984.
-
Gute Nachricht: Gut verständlich,
enthält jedoch bereits eine bestimmte Interpretation.
-
Gute Nachricht Bibel: Überarbeitete
Version der Guten Nachricht. Insgesamt näher am Urtext als diese.
-
Hoffnung für alle: Zielt darauf,
auch für den völlig unerfahrenen Leser auf Anhieb verständlich
zu sein. Sehr angenehm zu lesen, enthält aber ebenfalls bereits eine
bestimmte Interpretation (eher im evangelikalen Sinn als die Gute Nachricht
Bibel, dafür auch weiter vom Urtext entfernt).
-
Einheitsübersetzung: gilt als
grammatikalisch beste Übersetzung. Die ursprachlichen Satzkonstruktionen
finden ihre beste Entsprechung im Deutschen.
-
Revidierte Elberfelder: Übersetzung
in enger Anlehnung an den Urtext, jedoch schlechtes Deutsch.
Für die Vorbereitung einer Bibelarbeit
ist es von Vorteil, wenn man zwei verschiedene Übersetzungstypen benutzt,
um einen Text möglichst gut zu erfassen. Für die Zielgruppe ist
es dagegen von Vorteil, wenn man eine solche Übersetzung benutzt,
die allen das Verstehen eines Textes erleichtert und nicht unnötige
Hürden aufrichtet!
Tip: Für die Vorbereitung Einheitsübersetzung
und Gute Nachricht Bibel benutzen. Zusätzlich ein Blick
in die Revidierte Luther oder die Revidierte Elberfelder
oder was immer in dem Kreis üblich ist, in dem die Bibelarbeit gehalten
werden soll.
Es gibt einige grundlegende Materialien,
die für die Erarbeitung eines Bibeltextes hilfreich sind. Die wichtigsten
sind:
-
Bibellexikon: Erklärt die Bedeutung
der Begriffe, die im Text vorkommen und gibt notwendiges Hintergrundwissen
in knapper Form. Zu empfehlen: Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker
in der Neubearbeitung von Gerhard Meier. Es ist allgemeinverständlich
und dem evangelikalen Bibelverständnis verpflichtet.
-
Konkordanz: Alphabetische Auflistung
der in der Bibel vorkommenden Begriffe mit Angaben sämtlicher (oder
,je nach Ausgabe, der wichtigsten) Stellenangaben dazu. Hilfreich besonders
für thematische Bibelarbeiten. Wichtig: Die Konkordanz benutzen, die
zu der Bibelübersetzung paßt, die man benutzt.
-
Verweisstellen: Sind in den meisten
Bibelstellen nach einem Vers oder als Fußnote angegeben. Sie zeigen,
welche weiteren Bibelstellen in einer Beziehung zu dem jeweiligen Vers
stehen.
-
Kommentar: Detaillierte Auslegung zu
einem biblischen Buch. Enthält umfassende Informationen Geschichte,
zum Verfasser und zur Textentstehung sowie eine Auslegung des Textes. Achtung:
Jedem Kommentar liegt ein bestimmtes Vorverständnis und eine bestimmte
Absicht zugrunde. Beides muß man nicht immer übernehmen. Empfehlen
kann man u.a.: Edition C Kommentar: knapp und
leicht verständlich, besonders für die schnelle Vorbereitung
geeignet. Allerdings sind deutliche Abstriche an den Bänden
zu den Briefen und zur Offenbarung zu machen; diese enthalten hier und
da doch einige irritierende und z.T. auch haarsträubende Aussagen.
Deutlich besser sind die Bände zu den Evangelien und zur Apostelgeschichte.
Wuppertaler Studienbibel: Enthält
Bände zum Alten und Neuen Testament; umfassend und leicht verständlich;
reflektiert zum Teil auch die bibelkritische theologische Forschung und
gibt Hilfen, sich mit dieser auseinanderzusetzen.
-
Biographisches Lexikon zur Bibel: Enthält
eine Auflistung aller Personen, die in der Bibel vorkommen samt Kurzbeschreibung
und Versangaben.
-
Evangeliensynopsen: gibt es zu verschiedenen
Übersetzungen. Sie sind eine vergleichende Darstellung der vier Evangelien,
wobei sich entsprechende Stellen in Spalten nebeneinander aufgeführt
werden.
-
Bibelatlas: Enthält Karten zur
biblischen Geographie und biblischer Geschichte und Darstellungen von Kleidung,
Gegenständen, Gebäuden o.ä.
-
Atlas zur Kirchengeschichte: Enthält
Karten und Bilder zur Geschichte des Christentums.
-
Internet: viele Möglichkeiten,
die hier nicht alle aufgeführt werden können - einfach mal selber
suchen.
Material gibt's z.B.:
-
beim Pastor;
-
in der Bücherhalle;
-
in der Kirchenbibhothek der jeweiligen Landeskirche;
-
in der Bibliothek des theologischen Fachbereichs
an der Uni oder in der zentralen Universitätsbibliothek;
-
oder einfach mal rumfragen.
V. Verschiedene
Arten der Bibelarbeitzurück zum
Inhalt
Bibelarbeit über einen überschaubaren
Abschnitt zu
den Unterpunkten
Zum Beispiel eine Bibelarbeit über
das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15).
Das Ziel dabei ist es, einen kurzen, zusammenhängenden
Text so zu bearbeiten, daß die wichtigsten Gedanken herausgearbeitet
und in eine verständliche und einprägsame Form gebracht werden.
Herausforderung hierbei ist es, an einen (bekannten) Text so heranzuführen,
daß er wieder interessant wird und man ihn ganz neu hört und
begreift.
Bibelarbeit über ein ganzes
biblisches Buch zu
den Unterpunkten
Zum Beispiel eine Bibelarbeit über
den Römerbrief.
Ziel ist es hierbei, Geschichte, Inhalt
und Aufbau eines ganzen biblischen Buches vorzustellen. Die Herausforderung
dabei ist, die Texte so auszuwählen, daß sie gleichzeitig die
wichtigsten Inhalte des Buches aufzeigen und in der zur Verfügung
stehenden Zeit zu bearbeiten sind.
Thematische
Bibelarbeit zu
den Unterpunkten
Zum Beispiel eine Bibelarbeit zum Thema
Schuld und Vergebung
Ziel: Aussagen, die über die ganze
Bibel verteilt sind, unter einem thematischen Gesichtspunkt auszuwählen
und zu bearbeiten. Herausforderung dabei ist es wieder, einerseits einen
Überblick über die Aussagen der Bibel zu geben und auf der anderen
Seite die Textauswahl so zu begrenzen, daß man sie an einem Gruppenabend
bearbeiten kann.
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zum Inhalt
VI. Den
Text auswählen und erschließenzurück
zum Inhalt
Zunächst sollte man den Text gründlich
kennenlernen und selber einen Zugang dazu finden. Man gewinnt bei der Vorbereitung
am, wenn man sich zuerst nur an den Bibeltext hält und andere Hilfsmittel
wie meisten Kommentare oder Lexika erst hinzuzieht, wenn man einen eigenen
Bezug zum Text gefunden hat. Folgende Stichworte können bei der Vorbereitung
eine Hilfe sein:
Den passenden Text
finden zu
den Unterpunkten
Bibelstellen, die zu einem bestimmten
Thema oder einer bestimmten Frage passen, findet man im Bibellexikon
unter dem entsprechenden Stichwort oder über eine Konkordanz.
Versangaben zu biblischen Personen
findet man im Bibellexikon oder in einem biographischen Lexikon zur Bibel.
Sucht man ausgewählte Verse für
eine Bibelarbeit über ein ganzes biblisches Buch, kann man
sich an der Gliederung orientieren, die in den meisten Bibeln zur Einleitung
einem Buch vorangestellt ist. Anhand dieser kann man sehen, welche Schwerpunkte
das Buch setzt und dann nach passenden Versen suchen. Ebensogut hilft ein
Blick ins Bibellexikon.
Auch wenn der Text vorgegeben ist, der
bearbeitet werden soll, muß man möglicherweise noch eine Auswahl
treffen, um den Rahmen der Bibelarbeit nicht zu sprengen oder weitere Stellen
hinzuziehen, die ein zusätzliches Licht darauf werfen (Bsp.: Im Buch
Micha finden sich kaum biographische Angaben über den Propheten,
dafür aber etliche in den Königs- und Chronikbüchern
und bei Jeremia).
Generell gilt: Für die Vorbereitung
einer Bibelarbeit sollten möglichst alle relevanten Textstellen bearbeitet
werden, für die Durchführung sollten möglichst wenige aber
zentrale Textstellen ausgewählt werden.
Erstes Lesen
zu
den Unterpunkten
Den Text mehrfach gründlich lesen,
verschiedene Übersetzungen vergleichen und eventuelle Unterschiede
feststellen. Die Antworten auf folgende Fragen notieren:
-
Was ist mein erster Eindruck nach dem Lesen?
Wie fühle ich mich bei diesem Text?
-
Was geschieht und in welcher Reihenfolge?
-
Wie ist der Gedankengang / die Handlung aufgebaut?
-
Wo stimme ich zu? Was lehne ich ab?
-
Was verstehe ich nicht?
-
Was weiß ich bisher über die Hintergründe
und Zusammenhänge?
Um was für eine Art
Text handelt es sich? zu
den Unterpunkten
Die Bibel ist eine Sammlung von ganz unterschiedlichen
Schriften, die über einen sehr langen Zeitraum entstanden sind. Es
gibt z.B. Erzählungen, Berichte, Reden, Gleichnisse, Predigten, Gebete,
Briefe, Prophetien, Poesie, Lieder, Lehrsprüche usw. In einem Bibellexikon
kann man sich über die Besonderheiten der jeweiligen Textgattung informieren.
Manche Texte sind ohne dieses Hintergrundwissen nicht oder leicht falsch
zu verstehen.
Den geschichtlichen Hintergrund
erfassen zu
den Unterpunkten
Es hilft, sich eine möglichst plastische
Vorstellung von der Zeit zu machen, in welcher der Text angesiedelt ist.
Manches wird so erst verständlich. Mit Lexikon, Kommentar und Bibelatlas
kann man versuchen, folgende Fragen zu beantworten:
-
Wer ist der Verfasser des Textes? Wann hat
er gelebt? Was war seine Position? Aus welchem Grund schreibt er diesen
Text?
-
An wen ist der Text gerichtet?
-
In welcher geschichtlichen Situation befand
sich das Volk Israel?
-
Wie war die weltgeschichtliche Situation?
-
Welche Bedeutung hatten damals die erwähnten
Städte, Landschaften, Straßen, Ämter, usw.?
-
Welche Bedeutung hatten die erwähnten
Namen, Sitten Handlungsweisen? Was ist davon heute unverständlich?
-
Wo stehe ich in der Gefahr, moderne Vorstellungen
dem Text überzustülpen?
Begriffe klären
zu
den Unterpunkten
Häufig haben die Begriffe, die in
einem Bibeltext verwendet werden dort eine ganz andere Bedeutung als heute.
Auch bekannte Begriffe wie Glaube, Sünde, Gnade usw. sollte
man auf ihre Bedeutung im jeweiligen Text befragen und nicht einfach sein
eigenes Verständnis zugrunde legen. Mit Hilfe von Konkordanz oder
Verweisstellen und Lexikon kann man klären:
-
Was bedeuten die verwendeten Begriffe?
-
Welche Unterschiede gibt es zwischen den verschiedenen
Übersetzungen?
-
Wo kommen die verwendeten Begriffe noch in
der Bibel vor und was bedeuten sie dort?
-
Für welche Übersetzung entscheide
ich mich und warum?
-
Welche Mißverständnisse können
aus einem falschen Verständnis der Begriffe entstehen?
Die Personen
skizzieren zu
den Unterpunkten
In den meisten biblischen Texten treten
Personen oder Personengruppen auf. Indem man sich mit ihnen auseinandersetzt
findet man oft den besten Zugang zum Text. Fragen dazu:
-
Wieviel und welche Personen treten auf?
-
Wie kann man diese Personen beschreiben (Charakter,
Alter Geschlecht, Stellung,...)?
-
Welche Eigenschaften der Person treten in
der Handlung besonders hervor?
-
Welche Personen dominieren die Handlung?
-
Wie stehen die Personen zueinander (friedlich,
freundschaftlich, ehrerbietend, gespannt, feindlich, haßerfüllt,
überheblich, vorurteilsvoll, uninteressiert,...)?
-
Welche Wünsche, Sehnsucht, Ängste,
Erwartungen, Hoffnungen, Gefühle haben die Personen?
-
Welches ist der zentrale Konflikt?
-
Welche Verhaltensweisen können wir nachvollziehen
welche nicht?
-
Konnte sich eine der Personen an einer Stelle
anders verhalten? Was würde geschehen?
-
Würden / könnten vergleichbare Personen
in unserer Zeit noch so handeln?
Textzusammenhänge
verstehen zu
den Unterpunkten
Manche Texte sind nur zu verstehen, wenn
man sie in den Gesamtzusammenhang der Bibel, bzw. des Buches, in dem sie
stehen einordnen kann. Zum Beispiel ist die Anklagerede des Paulus gegen
die Heiden in Römer 1,18-32 nur dann richtig zu lesen, wenn man weiß,
daß er es eigentlich darauf anlegt, den Juden zu zeigen, daß
sie selbst nicht besser dastehen als die Heiden (was erst im folgenden
Kapitel deutlich wird).
Um diese Zusammenhänge herauszufinden
könnte man einmal das gesamte biblische Buch und / oder einen Kommentar
darüber lesen, zumindest aber die angegebenen Querverweise und das,
was vor dem gewählten Text und danach steht und versuchen, folgende
Fragen zu beantworten:
-
Wo läßt sich der Text am sinnvollsten
nach vorne und nach hinten abgrenzen?
-
Was steht vorher, was steht danach?
-
Wie ist das ganze Buch aufgebaut?
-
Wie ist der Gedankengang aufgebaut?
-
Was bleibt in dieser Textstelle unklar?
-
Auf welche biblischen Themen nimmt der Text
bezug? Wo steht in der Bibel noch was zu diesem Thema?
-
Welche Hintergrundinfos muß man haben,
um den Text zu verstehen?
Den Hauptgedanken
des Textes benennen zu
den Unterpunkten
Jeder Text hat ein Ziel, das es gilt herauszustellen.
Gemeint sind nicht die einzelnen Gedanken des Textes, sondern die dahinterstehende
Absicht, der Hauptgedanke des Verfassers. Er kann als Leitlinie
dienen, für die Durchführung der Bibelarbeit. Darum sollte man
ihn einmal mit eigenen Worten in einem Satz formulieren und aufschreiben.
Die eigene Interpretation
zu
den Unterpunkten
Eine erste persönliche Auswertung
der vorherigen Schritte. Sie sollte mit Gebet und mit der nötigen
Zeit erfolgen. Man kann dabei versuchen, sich über folgende Fragen
klar zu werden:
-
Was habe ich an Information bekommen? Was
habe ich gelernt? Was weiß ich nun über meinen Text? Was ist
mir noch unklar?
-
Was empfinde ich bei diesem Text? Habe ich
das Gefühl, daß Gott zu mir sprechen will? Macht er mich unruhig?
Froh?
-
Motiviert er mich? Deprimiert er mich? Warum
ist das so?
-
Oder kann ich mit dem Text eher nichts anfangen?
-
Welche Konsequenzen möchte ich für
mich aus dem ziehen, was ich bei der Textbearbeitung dazugelernt habe?
Was ist für mich der nächste konkrete Schritt? Oder bestätigt
mich der Text, in meinem Verhalten? Oder kann ich mit ihm in der Praxis
nicht viel anfangen?
-
Habe ich schon einmal Predigten, Andachten
o.ä. gehört oder Bücher gelesen, die mir diesen Text aufgeschlossen
haben? Kann ich davon etwas für meine Bibelarbeit verwenden?
-
Was kann von all dem, für den Kreis relevant
sein, in dem ich die Bibelarbeit halte? Würden die Leute dort ähnlich
auf den Text reagieren, wie ich oder vielleicht ganz anders? Gibt es jemanden,
dem ich konkret etwas davon zusprechen oder auf eine andere Weise vermitteln
möchte?
Andere Auslegungen
hinzuziehen zu
den Unterpunkten
Auslegungen anderer, zum Beispiel in einem
Kommentar, können die eigene Auseinandersetzung mit der Bibel nicht
ersetzen. Sie helfen aber, die eigenen Gedanken zum Text zu ergänzen.
Man sollte die Arbeit der Ausleger nicht geringschätzen, denn sie
haben sich mit diesem Abschnitt der Bibel eine lange Zeit beschäftigen
können und besitzen somit einen erheblichen ,,Wissensvorsprung". Bei
deutlich abweichenden Meinungen, sollte man sich nicht scheuen, den Pastor
hinzuzuziehen. Mögliche Fragen an einen Kommentar sind:
-
Was haben andere entdeckt? Wie legen
sie den Text aus?
-
Wie unterscheidet sich das von meiner eigenen
Interpretation? Wie kommt es zu den Unterschieden?
-
Wo korrigiere ich meine Auslegung? Wo bin
ich anderer Meinung als der Kommentator?
zurück
zum Inhalt
Nachdem man den Bibeltext für sich erarbeitet
hat, geht es nun darum, sich zu überlegen, wie man andere, die sich
nicht so gründlich damit befaßt haben, an ihn heranführen
kann. Mögliche Fragen bei der Vorbereitung:
Wer sind die Teilnehmer?
zu
den Unterpunkten
Sich ein Bild von den Teilnehmern der
Bibelarbeit zu machen ist ebenso wichtig wie die Erschließung des
Bibeltextes und sollte mit der gleichen Sorgfalt geschehen. Man kann sich
dabei (evtl. anhand einer Liste der Teilnehmer) folgende Fragen stellen:
-
In welchem Alter sind die Teilnehmer? Was
ergibt sich daraus für die Gestaltung der Bibelarbeit?
-
Welches Vorwissen kann ich bei den Teilnehmern
voraussetzen? Welche Einstellung gegenüber der Bibel? Wie motiviert
sind sie?
-
Welches ist die besondere Stärke der
Gruppe? Kann ich hier etwas ausbauen oder herausfordern?
-
Aus welcher Situation kommen die Teilnehmer?
Haben sie ein schwieriges Umfeld, in dem sie leben?
-
Welche Anforderungen müssen einzelne
Teilnehmer zur Zeit bewältigen? Durchleben sie gerade eine Krise?
Was würde ihnen dabei helfen?
-
Wie ist das Verhältnis der Gruppenteilnehmer
untereinander? Gibt es Konflikte? Cliquenbildung? Ausgrenzungen? Wer dominiert
die Gruppe, wer bleibt unbeachtet?
-
Wie stelle ich mich auf Leute ein, die zum
ersten Mal kommen? Wie auf Außenstehende?
-
Gibt es Teilnehmer, die mit besonderer Rücksicht
behandelt werden müssen (Depressive, psychisch Erkrankte, Labile,
Erschöpfte o.ä.)?
-
Gibt es Teilnehmer, die auf die Gruppe besonders
störend wirken (Vielredner, Besserwisser, Bibel-Rambos, Destruktive,
Leute mit extremen Ansichten o.ä.)?
Je besser man die Teilnehmer kennt, desto
besser kann man sich auf sie einstellen und das, was man sagt, auf ihre
Bedürfnisse zuschneiden. Außerdem kann man schon während
der Vorbereitung bewußt für sie beten.
Welche Erwartungen
hat die Gruppe? zu
den Unterpunkten
Es gibt - bei aller Überschneidung
- vier unterscheidbare Einstellungen der Teilnehmer einer Bibelgruppe zum
Text, den sie gewählt haben. Sie möchten:
-
entweder die Bibel in systematischer
Weise erarbeiten durch Beobachtungen, Interpretation und daraus folgender
Anwendung;
-
oder die Bibel lesen und spontan darauf
reagieren ohne besondere Beachtung einer methodisch gründlichen Erarbeitung
des Textes;
-
oder den Text primär in einer tiefen,
die ganze Person umfassenden Weise begegnen, d.h. seine Bedeutung und Anwendung
für heute in viel tieferer Weise erfassen, als nur oberflächlich
intellektuell;
-
oder von dem Wort Weisung und Ermutigung
für einen gezielten missionarischen Einsatz oder eine andere christliche
Aktion erwarten.
(O. Schweitzer; Werkbuch
Bibelarbeit)
Was möchte ich vermitteln?
zu
den Unterpunkten
Gibt es etwas, das mir ,,auf den Nägeln
brennt"? Was ich gerne an die anderen weitergeben möchte? Sagt Gott
mir etwas für eine bestimmte Person oder die ganze Gruppe? Oder möchte
ich nichts Eigenes geben, sondern die anderen ,,nur" bei der gemeinsamen
Erschließung des Textes unterstützen?
Auf welche Weise
möchte ich die Gruppe ansprechen? zu
den Unterpunkten
Eine Bibelarbeit kann im Idealfall Wissen
vermitteln, Gefühle ansprechen und Handlungsorientierung bieten.
Wissen wird am besten durch die
Verwendung geeigneter Medien vermittelt. Dies sollte kurz und klar geschehen
und nicht überbetont werden.
Gefühle sollen nicht manipuliert
werden. Die Gefühlsebene soll aber auch nicht ausgeklammert werden.
Sie könnte zum Beispiel mit einbezogen werden, wenn man ehrlich von
sich
selber erzählt, wenn man weitergibt,
was einen selber begeistert oder wenn man die Bilder, die die Bibel anbietet
(zum Beispiel von der Größe Gottes), vor Augen malt.
Verhalten orientiert sich am ehesten
an glaubwürdigen Vorbildern und erprobten Modellen. Beispiele von
Menschen, die glaubwürdiges Christsein leben, können eine
Bibelarbeit bereichern. Moralisieren und Patentrezepte sind unglaubwürdig
Welchen Schwerpunkt
möchte ich setzen?
Welche Textstellen wähle ich aus?
Welche kann ich weglassen? Wie kürze ich das Material so, daß
es den Rahmen nicht sprengt?
Welche Hintergrundinformationen
will ich geben?
Wie vermittle ich sie so, daß sie
ankommen? Welche Informationen sind wichtig, welche unwichtig
In welcher Form
will ich an den Text heranführen?
Soll die Gruppe ihre Ergebnisse selbst
erarbeiten? Will ich einen eigenen Gedanken vermitteln? Welche kreativen
Wege gibt es, die Beschäftigung mit dem Text interessant zu machen?
Soll die Beschäftigung mit dem Text in der großen Runde oder
inKleingruppen stattfinden? Wie lockere ich den Ablauf auf? Vergleiche
dazu Punkt IX.
Welche Materialien
kann ich benutzen? zu
den Unterpunkten
Medien zur bildlichen Darstellung sollten
auf jeden Fallverwendet werden:
-
wenn komplexe Zusammenhänge erläutert
werden,
-
wenn im Text Gegenstände, Bauten, Kleider
o.ä. eine Rolle spielen, von denen wir heute keine Vorstellung mehr
haben,
-
wenn geographische Gegebenheiten eine Rolle
spielen (Karten benutzen, z.B. auf Folie kopieren).
-
Aber auch sonst können Medien die Bibelarbeit
auflockern oder unterstützen, ein passendes (!) Bild sagt mehr als
tausend Worte! Es bieten sich an: Overhead-Projektor, Dias, Karten, Video,
Musik, Bilder, Spiele und vieles mehr.
Bezugsquellen:
-
Gemeinde (Pastor fragen);
-
Medienzentralen der Landeskirchen oder der
Stadt;
-
öffentliche Bücherhallen;
-
christliche Buchhandlungen;
-
Bibliothek eines theologischen Fachbereichs;
-
und viele andere.
Was kann ich am Ende noch streichen?
Die Themenbearbeitung dauert meist länger
als man es sich vorher ausrechnet. Die vollendete Form ist erreicht,
wenn man nichts mehr weglassen kann.
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zum Inhalt
An einem typischen Gruppenabend ist
meist etwa eine bis maximal anderthalb Stunden Zeit für die eigentliche
Bibelarbeit. Sinnvoll ist eine Absprache mit dem, der durch den allgemeinen
Teil führt (also die Leute begrüßt, Infos weitergibt USW.)
darüber, wieviel Zeit man braucht. Sinnvoll ist es auch, Gelegenheit
zum Teeeinschenken und zur Verproviantierung zu geben bevor man mit der
Bibelarbeit beginnt, damit dies nicht geschieht, während man redet
und dann stört.
Der Kreativität bei der Gestaltung
des weiteren Ablaufs sind keine Grenzen gesetzt. Eine genaue Zeitplanung
ist sinnvoll - meist dauert die Durchführung einer Bibelarbeit länger
als man vorher denkt. Folgendes Gliederungsmodell kann eine Hilfe bei der
Planung sein (praktische Tips gibt es unter Punkt IX):
Hinführung
zum Thema
Der Einstieg leitet vom allgemeinen Teil
zum eigentlichen Thema über. Er sollte Interesse wecken und auflockern,
ggf. müde Geister munter machen, dabei aber nicht viel länger
als fünf bis zehn Minuten dauern. Sinnvoll ist es, einen Überblick
zu geben, wie der weitere Ablauf aussieht.
Vorstellung
des Textes
Der Text muß in irgendeiner Form
miteinander gelesen werden, damit alle eine gemeinsame Grundlage für
den folgenden Austausch haben. Dabei sollte der Text so präsentiert
werden, daß die Aufmerksamkeit erhalten bleibt. Man sollte sich dabei
überlegen, wieviel Text notwendig ist und wieviel Text zuviel ist.
Hintergrundinformationen können vor oder nach dem Lesen des Textes
gegeben werden.
Erabeitung des thematischen
Schwerpunkts
Die eigentliche Arbeit. Die Gruppe tauscht
sich unter Anleitung über den Bibeltext aus. In der Regel besteht
in der Gruppe die Erwartung, daß der Austausch von dem, der das Thema
vorbereitet hat in irgendeiner Form leitend gestaltet wird, damit er nicht
abflacht und die notwendige Spannung erhalten bleibt. Auf der anderen Seite
will niemand gerne überfahren und in eine bestimmte Richtung gegängelt
werden. Der Gesprächsleiter trägt die Verantwortung dafür,
-
daß der Ablauf des Abends gut vorbereitet
ist und die anderen wissen, worauf sie sich einstellen können;
-
daß die Gruppe eine Methode an die Hand
bekommt, die einen fruchtbaren Austausch in Gang bringt;
-
daß das Gespräch einen roten Faden
behält.
Zusammenfassung
der Ergebnisse
Der Gesprächsleiter bündelt das,
was von der gesamten Gruppe erarbeitet worden ist und stellt den Kern des
Gesprächs, das Ergebnis, bzw. die wichtigsten Aspekte noch einmal
klar heraus. Auf diese Bündelung sollte nicht verzichtet werden, weil
hier auch nach einem verworrenen Gesprächsverlauf noch einmal gezeigt
werden kann, worauf es ankommt.
Abschluß
Der Abschluß rundet den Abend ab
und läßt ihn ausklingen. Der Schlußpunkt sollte bewußt
und rechtzeitig gesetzt werden, möglichst bevor die Gruppe ganz ermüdet
ist, auch dann, wenn noch manches zu sagen wäre. Das persönliche
Gespräch kann anschließend noch weitergehen. Bei der Gestaltung
des Abschlusses kann man noch einmal einen stimmungsmäßigen
oder gedanklichen Schlußakzent setzen, der den Hauptgedanken des
Bibeltextes aufgreift und den Leuten etwas mit auf den Weg gibt.
zurück
zum Inhalt
Möglichkeiten der Einleitung
zu
den Unterpunkten
-
Assoziationen zum Thema erfragen
-
Aktuellen Bezug (z.B. aus den Nachrichten)
aufgreifen
-
Interview
-
Quiz zum Thema
-
Zitate zum Thema vorlesen
-
Bildbetrachtung (z.B. über Dia)
-
Lied
-
Musikstück
-
Theaterstück (günstige Hefte mit
Anspielen gibt's zum Beispiel in der Willow Creek Edition; im christlichen
Buchladen erhältlich)
-
Anschauungsstücke / Gegenstände
zeigen, die zum Text passen
-
Persönliche Erfahrungen / Erlebtes erzählen
-
Kurze Geschichte
-
Etwas paradoxes (z.B. den zu lesenden Text
in sein Gegenteil umschreiben und als ,,Schlechte Nachricht" vorlesen)
-
Etwas völlig unerwartetes
Möglichkeiten,
den Text zu präsentieren zu
den Unterpunkten
-
Den Text selbst vorlesen.
-
Text abschnittsweise lesen lassen (evtl. Textstellen
auf Zettel schreiben und verteilen).
-
Den Text reihum abschnittsweise lesen zu lassen
ist nur dann zu empfehlen, wenn sicher ist, daß niemand in der Gruppe
ist, dem dies schwerfällt. Besonders wenn Gäste dabei sind sollte
darauf verzichtet werden.
-
Sprechmotette: Verschiedene Texte, die sich
ergänzen oder in Spannung zueinander stehen, mischen und abwechselnd
lesen lassen (z.B. eine Kreuzigungsszene durchsetzt mit Stellen aus Psalm
22).
-
Abbrechende Lesung. Den Text ein Stück
weit vorlesen und an der spannendsten Stelle abbrechen und über das
Ende spekulieren assen. Geht nur, wenn Texte nicht bekannt.
-
Das, was man nicht lesen kann, weil es zu
viel ist kann man selbst mit eigenen Worten kurz (!) nacherzählen.
Erarbeitung des
Textes zu
den Unterpunkten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten,
mit einer Gruppe einen Text zu erarbeiten. Grundsätzlich gilt dabei,
daß immer die gleiche Methode irgendwann langweilt, daß aber
ebenso jedesmal eine neue Methode überfordert und unruhig macht. Einige
Beispiele sind:
Moderiertes Gespräch
Ein oder mehrere Gruppenleiter sind vorbereitet
und führen durch Fragen und Gesprächsimpulse an den Bibeltext
heran. Vorteil hierbei ist, daß man in einer großen Gruppe
ins Gespräch kommen kann und einen Austausch mit vielen anderen hat.
Nachteil kann sein, daß das Gespräch nicht so leicht in Gang
kommt und das stillere Teilnehmer sich eher zurückhalten. Außerdem
ist es schwieriger das Gespräch in Gang zu halten, besonders, wenn
einem dies ohnehin schwer fällt.
Gruppenarbeit
Die Teilnehmer setzen sich in getrennten
Kleingruppen zusammen und bearbeiten miteinander ein Thema, das ihnen (schriftlich)
vorgegeben wird. Die Gruppenarbeit kann in der großen Runde abgeschlossen
werden, indem jede Gruppe ihre Ergebnisse vorstellt. Vorteil der Gruppenarbeit:
Die Teilnehmer kommen leichter ins Gespräch; es können verschiedene
Aspekte eines Themas parallel bearbeitet werden; es braucht nur ein geringes
Maß an Gesprächsleitung.
Bienenkorb
Die Gruppe bleibt in der großen
Runde zusammen, aber zum beantworten einzelner Fragen setzen sich jeweils
zwei oder drei Teilnehmer zusammen und reden miteinander.
Vorteil: Die Atmosphäre wird etwas
aufgelockert und Gespräche kommen leichter in Gang.
Einzelarbeit
Jeder Teilnehmer bekommt einen Arbeitsauftrag,
den er für sich allein lösen soll. Zum Beispiel bekommt er einen
Bibelvers zugeteilt, zu dem er Fragen beantworten soll. Als Akzent im Rahmen
einer Bibelarbeit geeignet, jedoch nicht für die ganze Bibelarbeit.
Brainstorming
Keiner macht eine Vorgabe. Der Text wird
gemeinsam gelesen und jeder trägt bei, was ihm dazu einfällt.
Ist von der Tagesform der Teilnehmer abhängig. Die Gefahr hierbei
liegt darin, daß das Niveau des Austauschs abflacht und dieser für
alle langweilig wird.
Rollenspiel
Einige Teilnehmer bekommen je eine Karteikarte
auf der eine Persönlichkeit (der Bibel) charakterisiert wird und einige
Spielanweisungen gegeben werden. Mit diesen Vorgaben sollen sie eine Szene
spielen, die entweder eine biblische Geschichte darstellt oder eine aktuelle
Situation, auf die der Bibeltext passen könnte. Anschließend
kann man sich darüber austauschen, wie es war,
in die entsprechende Rolle zu schlüpfen und wie das Spiel auf die
Zuschauer gewirkt hat. Ein Rollenspiel muß bei der Vorbereitung sehr
gut durchdacht werden.
Mind Mapping
Ähnlich wie Brainstorming. Ein zentraler
Begriff wird auf eine Folie oder auf Papier geschrieben. Dann sagt jeder,
was ihm zu diesem Begriff einfällt. Jeder Gedanke wird als Ast an
den ersten Begriff gemalt. Zu jedem dieser Äste werden wieder die
Assoziationen zusammengetragen und als Zweige an den jeweiligen Ast gemalt.
So entsteht ein immer größerer Baum, der zeigt, wie komplex
das Thema ist (auch zur Vorbereitung geeignet). Vgl. dazu die entsprechende
Literatur.
Rallye
Kann auch in Gruppen durchgeführt
werden. Die Teilnehmer sind in Bewegung und begeben sich zu verschiedenen
Stationen, an denen sie Arbeitsaufträge lösen sollen. Vorteil
der Rallye: Sie lockert den Ablauf auf und hält die Teilnehmer wach.
Vortrag
Derjenige, der die Bibelarbeit hält,
gibt Informationen von vorne. Ein Vortrag kann, wenn er gut gemacht ist
sehr anregend sein. Nachteil: Alle anderen sind passiv, ermüden schnell.
Gelegenheiten zu Rückfragen müssen gegeben werden. Möglichkeiten,
andere mit einzubeziehen sollten genutzt werden (z.B. Zitate lesen lassen).
Andacht
Derjenige, der den Abend gestaltet legt
den Text aus, mit dem Ziel, den anderen einen zentralen Gedanken treffend
zu vermitteln.
Geeignete Fragen
und Gesprächsimpulse zu
den Unterpunkten
Fragen und Gesprächsimpulse sollen
dazu dienen, den Teilnehmern einen lebendigen Austausch zu ermöglichen.
Sie sollen also für die Teilnehmer wirklich interessant sein. Dies
ist dann der Fall, wenn es dem Gesprächseiter gelingt, Fragen zu formulieren,
die die Gesprächsteilnehmer bewußt oder unbewußt bereits
selbst beschäftigen. Ebenso, wenn er bei den Teilnehmern Gedanken
wecken kann, die entweder deren bisherige Sicht der Dinge erweitern, oder
zu einer ganz neuen Sicht der Dinge führen. Was dazu geeignet ist,
muß man mit dem eigenen Einfühlungsvermögen und der eigenen
Erfahrung herausfinden.
Fragen oder Gesprächsimpulse könnten
zum Beispiel...
...das Textverständnis vertiefen.
Dazu können alle Fragen dienen, die man sich auch bei der Vorbereitung
gestellt hat, sofern diese ohne zu großen Aufwand zu beantworten
sind.
...dazu anregen, aktuelle Parallelen zum
Text zu entdecken (,,Welche heutigen Situationen sind mit der des Bibeltextes
vergleichbar?").
...den Bibeltext zum eigenen Erleben und
zu eigenen Erfahrungen in Beziehung setzen (,,Hat jemand sich schon mal
in einer ähnlichen Situation befunden, wie sie der Psalmbeter beschreibt?").
...dazu anregen, Modelle zu überlegen,
wie der Bibeltext heute umgesetzt werden könnte (,,Wer sind heute
die Aussätzigen? Wie können wir ihnen heute begegnen wie Jesus?").
Ansonsten gilt:
-
Fragen sollen so gestellt werden, daß
sie von den Teilnehmern auf Anhieb verstanden werden. Es sollen Fragen
sein, die die Teilnehmer mit ihrem Vorwissen auch beantworten können.
Also: Keine Fragen, die (theologische, historische etc.) Spezialkenntnisse
erfordern. Auch keine Fragen, die nur von frommen Insidern verstanden werden,
wenn Außenstehende dabei sind.
-
Fragen sollen einfach sein, aber auch nicht
unterfordern (Negativbeispiel: Was sagt Jesus in Vers X? Was tut Jesus
in Vers Y?)
-
Fragen sollten offen, das heißt nicht
nur mit Ja oder Nein zu beantworten sein.
-
Fragen sollten nicht bloß Wissen abfragen,
sondern zum gemeinsamen Gespräch anregen.
Möglichkeiten
den Abschluß zu gestalten zu
den Unterpunkten
-
eine ganz kurze Schlußandacht (keine
Nachpredigt!!!);
-
ein kurzer gelesener Text;
-
ein passendes Lied;
-
eine Frage oder "Hausaufgabe", die man den
Teilnehmern mit auf den Weg gibt;
-
ein Gegenstand, der an das Thema des Abends
erinnert (z.B. eine Kerze bei einer Bibelarbeit zum Thema "Ihr seid das
Licht der Welt").
Man sollte sich für eine einzige Möglichkeit
entscheiden und nicht alles aneinanderreihen, da dies eher ermüdet
und zerstreut.
Tips zur Gesprächsleitung
zu
den Unterpunkten
-
Zettel ordnen - was man sagen will in chronologischer
Reihenfolge, gut lesbar aufschreiben.
-
Wem das Reden schwerfällt, der kann einleitende
Sätze ausformuliert aufschreiben.
-
Je besser man vor Augen hat, was man sagen
will, desto weniger aufschreiben (nur Stichworte). Eine Möglichkeit
ist es Karteikarten zu benutzen und jeweils nur ein Stichwort darauf zu
schreiben.
-
Mit den Teilnehmern sprechen, d.h.
diejenigen ansehen, mit denen man redet.
-
Wer schüchtern ist, kann jemanden ansehen,
der ihn ermutigt.
-
Sich den Hauptgedanken des Textes vor Augen
halten als Richtlinie, ob das Gespräch noch bei der Sache bleibt.
-
Der Leiter sollte in ein laufendes Gespräch
nur dann lenkend eingreifen, wenn die Teilnehmer im Austausch einen weiterführenden
Impuls oder Informationen zum Textverständnis brauchen oder das Gespräch
sich in Nebensächlichkeiten verliert.
-
Nicht versuchen mit Gewalt seinen Ablauf durchzudrücken,
wenn das Gruppengespräch sich auf natürliche Weise in eine andere
Richtung bewegt.
-
Schweigepausen aushalten, wenn die Teilnehmer
sie benötigen.
-
Nicht irgendwelche Kommentare zitieren, wo
man selbst nichts zu sagen hat - aber was man zu sagen hat auch wirklich
sagen.
-
Was man zu sagen hat mit den eigenen Worten
sagen.
-
Ehrlichkeit - wenn man etwas in der Vorbereitung
nicht verstanden hat, dann kann man dies als Frage in die Runde einbringen.
-
Störenden Personen eine freundliche aber
klare Rückmeldung geben, wie ihr Verhalten wirkt, ohne sie
dabei bloßzustellen. (,,Ich fühle mich, ehrlich gesagt, etwas
an den Rand gedrängt davon, daß du jede Frage sofort so ausführlich
beantwortest. Gib mir und den anderen doch die Gelegenheit auch mal was
zu sagen.")
Kurze Anleitung, sich
selbst und andere mit einer Bibelarbeit zu frustrieren: zu
den Unterpunkten
1. Sage Dir stets: ,,Ich darf auf keinen
Fall einen Fehler machen!"
2. Sei überzeugt, daß Du Dir
durch die Bibelarbeit die Anerkennung der anderen verdienen mußt.
Setze jedesmal Dein ganzes Selbstbewußtsein aufs Spiel, wenn Du Dich
der Gruppe aussetzt.
3. Bereite Dich erst im letzten Moment
vor.
4. Halte lange Monologe in denen Du Dein
Wissen präsentierst.
5. Benutze möglichst viele fromme
Standardfloskeln; erläutere diese auf keinen Fall.
6. Strecke die anderen mit einigen gezielten
Salven von Bibelzitaten nieder.
7. Bekämpfe andere Meinungen nachdrücklich,
besonders wenn sie unbiblisch sind (dabei Punkt 6 nicht vergessen).
8. Überziehe die übliche Zeit
um mindestens eine halbe Stunde.
9. Nimm es in jedem Fall persönlich,
wenn der Abend nicht wie erwartet läuft oder etwas daneben geht. Halte
dir dies vor Augen, wenn Du das nächste Mal gefragt wirst, ob Du eine
Bibelarbeit halten willst.
10. Wenn Du keine Rückmeldung bekommst,
wie Deine Bibelarbeit bei den anderen angekommen ist, gehe davon aus, daß
sie ihnen nicht gefallen hat. Frage diesbezüglich niemals nach.
zurück
zum Inhalt
X. Für absolute Notfälle: Bibelfix
von Maggizurück zum Inhalt
Es sollte nicht so sein, aber in der Praxis
kommt es natürlich immer wieder vor, daß man seine Bibelarbeit
nicht rechtzeitig vorbereitet hat und plötzlich merkt, daß die
Zeit ziemlich knapp geworden ist. Darum gibt es hier vier Instant-Tüten-Bibelarbeiten
zum aufbrühen. Garantiert in 15 - 30 Minuten fertig. Aber Vorsicht!
Bewirkt bei übermäßiger Anwendung Überdruß und
führt zu geistiger und geistlicher Verflachung.
Bibelfix Nummer 1 (Grundversion)
Zutaten: Bibeln
1. Wähle einen Bibeltext.
2. Bereite drei Arbeitsblätter für
Gruppenarbeiten vor. Schreibe als Arbeitsanweisung darauf:
-
In welche Situation hinein ist der Text entstanden?
-
Was sagt der Text den Hörern zu der Zeit,
als er entstanden ist?
-
Was sagt der Text uns heute?
-
Wie kann man etwas davon praktisch umsetzen?
Wo ist dies bereits in glaubwürdiger Form geschehen?
3. Laß die Gruppen ihre Ergebnisse anschließend
austauschen.
Bibelfix Nummer 2
Zutaten: Je zwei bis drei Ausgaben einer
modernen Bibelübersetzung und einer, die sich nahe am Urtext hält
(z.B. Hoffnung für alle und Einheitsübersetzung). Zwei
bis drei mal Papier und Stifte.
1. Sofern nicht vorgegeben: Wähle
einen kurzen, überschaubaren Text, am besten einen, der Stoff zu kontroversen
Diskussionen gibt (Paulus).
2. Bilde 2-3 Gruppen, wenn ausreichend
Teilnehmer und Bibeln da sind.
3. Laß den Text in den Gruppen in
den zwei verschiedenen Übersetzungen lesen. Gib den Gruppen folgende
Arbeitsaufträge:
-
Lest den Text in den verschiedenen Übersetzungen.
-
Zeigt die Unterschiede auf und tauscht euch
darüber aus.
-
Fertigt eine eigene Textfassung an, die zum
Ausdruck bringt, wie ihr den Text versteht.
-
Laß die Gruppen zusammenkommen und ihre
verschiedenen Übersetzungen vortragen und sich darüber austauschen.
Bibelfix Nummer 3
Zutaten: Kopiermöglichkeit, ein großer
Bogen Papier, Stifte.
1. Wähle einen überschaubaren
Text.
2. Fertige davon Kopien für jeden
Teilnehmer an.
3. Laß die Teilnehmer jeweils einzeln
den Text lesen und die Verse mit folgenden Symbolen markieren:
? = Das verstehe ich nicht.
O = Damit verbinde ich ein persönliches
Erlebnis.
* = Da bin ich anderer Meinung.
> = Da habe ich eine Idee, wie man es
praktisch umsetzen kann.
4. Laß die Teilnehmer der Reihe nach
erzählen, was sie angestrichen haben.
5. Fertige auf Folie oder auf Papier ein
Mind Map (s.o.) an. Zeichne für jeden der vier Punkte einen Grund-Ast,
der sich durch die einzelnen Beiträge immer weiter verzweigt.
6. Wenn alle ihren Beitrag geleistet haben,
laß über den Baum sprechen und versuche, die Zweige weiterzuführen.
Bibelfix Nummer 4
Zutaten: Ein bis mehrere aktuelle Zeitungen,
ca. drei Konkordanzen, Bibeln.
1. Kaufe einige Ausgaben einer aktuellen
Tageszeitung
2. Schneide einige aktuelle Leitartikel
mit interessanten Themen aus
3. Bereite drei Gruppenarbeiten vor. Jede
Gruppe erhält dabei einen Zeitungsartikel, Bibeln, eine Konkordanz
und ein Arbeitsblatt mit folgenden Anweisungen:
-
Lest den Zeitungsartikel gemeinsam laut und
tauscht euch darüber aus.
-
Sucht mit Hilfe der Konkordanz Bibelstellen,
die zu dem Inhalt des Artikels in einer Beziehung stehen:
-
indem sie erklären, wie es zu einem
bestimmten Verhalten oder einer bestimmten Situation kommt;
-
indem sie ein Verhalten oder eine Situation
bewerten;
-
indem sie zu einem bestimmten Verhalten auffordern.
-
Schreibt auf, welche Konsequenzen sich daraus
für den Umgang mit dem ergeben, was in dem Artikel beschrieben ist.
-
Laß die Gruppen am Ende ihre Ergebnisse
austauschen.
Die Konzepte den Umständen anpassen und
nach belieben mit eigenen Ideen abschmecken und ergänzen. Abschließend
das Ganze der Gnade Gottes anbefehlen und mutig durchziehen.
zurück
zum Inhalt
Schlußwort
In Frankfurt gibt es eine Gemeinde, die
einmal im Jahr die "Goldene Banane" verleiht. Die bekommt der Mitarbeiter
oder die Mitarbeiterin, der oder die eine sehr gute Idee hatte, alles für
die Umsetzung gegeben hat, vielleicht noch viele mit auf den Weg genommen
hat - und mit dieser Idee gescheitert ist! Diese Auszeichnung wird also
- wohlgemerkt - für die größte Bauchlandung des Jahres
verliehen. Der Christ, der sie bekommt, wird vor den Augen aller als Vorbild
hingestellt! Dahinter steckt der Gedanke: Nur wenn in der Gemeinde eine
Atmosphäre herrscht, in der es leichtfällt, Fehler zu machen,
werden die Christen etwas wagen. Und nur eine Gemeinde, in der die Christen
etwas wagen, wird von geistlicher Leidenschaft geprägt sein....
Macht bewußt einmal Dinge ganz
anders, als Ihr es bisher gemacht habt! Lernt von anderen Gemeinden! Durchbrecht
Eure eingespielten Routinen! Ja, dabei werden Euch Fehler unterlaufen und
es kann auch sein, daß einzelne Christen verletzt werden und Ihr
um Vergebung bitten müßt. Aber hat eigentlich schon einmal jemand
ausgerechnet, wieviel Schaden durch Gemeinden angerichtet wird, die keinen
Mut zum Experimentieren aufbringen und folglich schon seit Jahrzehnten
unbeirrt ihre eingeschlagen Pfade ziehen?
Aus "Leidenschaft einüben"
von Manfred Beutel
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am 14.03.02 bearbeitet.