Wie bereite ich eine Bibelarbeit vor?

Eine kurze Anleitung vom
Kreis junger Erwachsener der FeG Hamburg-Lokstedt
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Liebe Leute,...

...hiermit möchten wir Euch eine kleine Hilfestellung zum Vorbereiten einer Bibelarbeit geben. Aus zahlreichen Vorlagen mit gleichem oder ähnlichem Titel haben wir versucht, das Beste auszuwählen und in knapper und lesbarer Form zusammenzustellen. Dabei lag uns daran, möglichst konkret und möglichst praktisch zu bleiben.

Wir möchten dabei aber nicht in die nervtötende Unsitte mancher "So macht man’s richtig" – Ratgeber verfallen und so tun, als wären die Punkte, die wir hier nennen, unbedingt genau so anzuwenden oder als würden wir selbst dies immer tun. Uns ist klar, daß diese Anleitung gewissermaßen eine idealtypische Vorlage bietet, die wohl kaum jemals jemand so in allen Schritten abarbeiten wird. Sicher kann auch nicht jeder in gleichem Maße etwas mit allen Punkten anfangen. Wer seine eigenen Ideen hat, soll unsere Vorschläge getrost beiseite lassen. Für alle anderen wünschen wir uns, daß sie darunter die Anstöße finden, die ihnen bei der Vorbereitung einer Bibelarbeit weiterhelfen. Wenn Ihr uns weitere Anregungen und Praxistips zur Verbesserung dieser Seite geben möchtet oder sie sonstwie kommentieren wollt, freuen wir uns, wenn Ihr uns eine Mail zukommen laßt.

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch der KJE der FeG Hamburg-Lokstedt
 

Inhalt:zu den Unterpunkten

 I.     Was ist eine Bibelarbeit?
 II.     Vorüberlegungen
III.     Gott mit einbeziehen
IV.    Hilfsmittel
V.     Verschiedene Arten der Bibelarbeit
VI.    Den Text auswählen und erschließen
VII.   Erste Formgebung
VIII.  Der Ablauf
IX.    Praktische Tips
X.     Für absolute Notfälle: Bibelfix von Maggi
Schlußwort
 

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I. Was ist eine Bibelarbeit?zurück zum Inhalt

Unter einer Bibelarbeit verstehen wir hier das gemeinsame Bearbeiten eines ausgewählten Bibeltextes in einer kleineren Gruppe, die meist von jemandem angeleitet wird, der sich vorher besonders darauf vorbereitet hat. Die Bibelarbeit ist dabei eine informative und zur offenen Diskussion anregende Erschließung biblischer Texte. Während im Gottesdienst oder in der Andacht der Inhalt biblischer Texte dem Hörer ansprechend und treffend zugesprochen werden soll, wird in der Bibelarbeit mehr dem Verstehen und dem Fragen nach Hintergründen Raum gegeben. Dabei sind auch kritische Rückfragen oder Einwände erwünscht, so daß im besten Fall jeder Teilnehmer von den Einsichten jedes anderen profitieren kann. Ziel der Bibelarbeit ist es, das Wissen über das, was in der Bibel steht zu vertiefen, Wege zu finden, etwas davon in der Praxis umzusetzen und insgesamt zu einem eigenen mündigen Gebrauch der Bibel beizutragen.
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II. Vorüberlegungenzurück zum Inhalt

Motivation zu den Unterpunkten
Durch die Bibel spricht Gott zu uns, und Gott meint es gut. Mit einer gut vorbereiteten Bibelarbeit tut man sich selbst und anderen etwas Gutes. Wer eine Bibelarbeit vorbereitet zieht in der Regel für sich selbst noch das meiste daraus. Er lernt ein Stück der Bibel besonders gut kennen und kann darauf in Situationen, in denen es paßt zurückgreifen. Gott kann darauf aufbauen und ihm Dinge vermitteln, zu denen er ohne diese Bibelkenntnis vielleicht keinen Zugang hätte.

Gott gebraucht einen Bibelarbeit auch, um die Menschen anzusprechen, die daran teilnehmen. Schon allein daß sie gemeinsam die Bibel lesen kann die Beziehung zu Gott lebendig halten oder ihr neue Impulse geben, selbst, wenn das nicht immer offensichtlich geschieht. Gott kann und will durch die Bibelarbeit einzelne Menschen persönlich ansprechen und ihnen etwas zukommen lassen, auch wenn derjenige, der sie gestaltet, selbst keine Vorstellung davon hat, wie dies geschehen soll oder sich unsicher fühlt. Je sorgfältiger dabei eine Bibelarbeit vorbereitet wird, desto eher wird etwas von diesem Handeln Gottes erfahrbar. Darum lohnt es sich mit der Vorbereitung Mühe zu geben. Manfred Beutel schreibt:

Obwohl Gott das Beste, nämlich seinen eigenen Sohn, gegeben hat, scheinen viele Christen zu meinen, das Mittelmäßige und Halbherzige sei gerade gut genug. Wenn Du Dein Bestes gibst und erbarmungslos Mittelmäßigkeit und Schlamperei aus Deinem Leben verbannst, wirst Du spüren, daß Gott Dich neuer Weise als sein Werkzeug seiner Liebe gebrauchen kann. Andere Menschen werden an Deinem Leben etwas von der Herrlichkeit Gottes entdecken. Hier wird schon klar, daß es bei diesem Prinzip um ein tiefgreifendes Lebenskonzept geht, und nicht um etwas Schminke oder hübsche Fassade. ...
Für das Leben in der Gemeinde hat dieses Konzept unbeschreibliche Folgen. Wenn unsere Veranstaltungen von Menschen gestaltet werden, die in dem Part, den sie übernommen haben, ihr Bestes geben, wird das Außenstehende motivieren zu kommen. Es wird sie erquicken und einigen von ihnen wird diese Haltung sogar eine Hilfe sein, ein Leben mit Gott zu beginnen.

Aus "Leidenschaft einüben" von Manfred Beutel
  

Einsam oder gemeinsam? zu den Unterpunkten
Oft ist es eine Hilfe, eine Bibelarbeit nicht allein, sondern mit einem Partner vorzubereiten und durchzuführen. Man inspiriert sich gegenseitig, teilt sich die Arbeit und fühlt sich sicherer bei der Durchführung. Eine rechtzeitige Absprache erleichtert die gründliche Vorbereitung.
 

Vorbereitung braucht Zeit zu den Unterpunkten
Die Vorbereitung einer Bibelarbeit braucht Zeit: Man sollte sich bewußt Zeit nehmen, um während der Vorbereitung auf Gott zu hören und um den Text auf sich wirken, zu lassen und Ideen zu sammeln. Man braucht aber auch einiges an Zeit, um die praktischen Vorbereitungen für die Durchführung zu treffen. Wenn man sich die nötige Zeit nicht nimmt, dann werden oft die Ideen zur praktischen Durchführung daran scheitern, daß das Papier im Kopierer alle ist, daß der Overhead-Projektor ausgeliehen ist oder daß einem irgend etwas in die Quere kommt und verhindert, was sich mit etwas mehr Zeit gut hätte erledigen lassen. Deshalb sollte man, sobald man sich zur Vorbereitung einer Bibelarbeit entschlossen hat, wenigstens einmal kurz darüber nachdenken, wie man sie gestalten könnte, und was man dafür organisieren muß, damit einem nicht die Ideen erst dann kommen, wenn es zu spät ist, sie umzusetzen.
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III. Gott mit einbeziehenzurück zum Inhalt

Als Christen glauben wir, daß wir die Bibel nicht ohne die Hilfe Gottes verstehen und ebensowenig ohne die Hilfe Gottes ihre Inhalte weitervermitteln können. Darum sollte keine Bibelarbeit ohne Gebet und das Hören auf Gott vorbereitet werden. Die eigentliche Frage bei der Vorbereitung der Bibelarbeit ist nicht "wie sage ich es meinem Kinde (den Hörern), sondern wie sagt der Vater es mir, seinem Kinde" (Rudolf Bohren). Dazu ein paar Gedankenanstöße:
 

Gebet zu den Unterpunkten
Wenn es jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt; so wird sie ihm gegeben werden.

Jakobus 1, 5
Hört nie auf zu bitten und zu beten! Gottes Heiliger Geist wird euch dabei leiten. Bleibt wach und bereit. Bittet Gott inständig für alle Christen in der Welt. Betet auch für mich, damit Gott mir zur rechten Zeit das rechte Wort gibt und ich das Evangelium von Jesus Christus frei und offen verkündigen kann.
Epheser 6, 18+19
 
Von besonderer Bedeutung ist es, für die Gemeindeversammlung zu beten. Hier haben wir viel versäumt. Unter den Vorbereitungen für die Versammlungen nehmen wir die Vorbereitung durch Gebet am leichtesten. Wie werden Versammlungen gewöhnlich vorbereitet? Wir setzen fest, wo und wann sie abgehalten werden sollen und sorgen dafür, daß wir einen Prediger haben. Wenn wir die Versammlung dann noch richtig angekündigt haben, glauben wir, alles getan zu haben. Wir beten höchstens noch für die Versammlung, eben bevor wir hingehen. Viele kommen dann zu spät. Andere sind zeitig da, aber benutzen sie die Zeit, für die Versammlung zu beten? Nein, gewöhnlich reden sie über Hinz und Kunz, bis es endlich so weit ist, daß die Sache beginnt. Und dann wundern wir uns, daß unsere Versammlungen so wenig fruchtbringend sind. Die Hölle lacht, und der Himmel weint über solche Versammlungen. Wieder lautet das wehmütige Wort unseres Herrn: ,Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet." Ach, wenn nur Gottes Volk die Arbeit sehen würde, die vor den Versammlungen im Gebet geleistet werden sollte. Dann würden die Gläubigen selbst ganz anders gesegnet werden, und die Versammlungen würden heilige Kraftzentren werden, wo wunderbare Dinge geschehen würden. Die Form der Predigt wäre vielleicht die gleiche, aber es würde sich eine neue Kraft durch sie offenbaren.
Aus "Vom Beten" von Ole Hallesby
 
Hören auf Gott zu den Unterpunkten
Dann werde ich den Vater bitten, daß er an meiner Stelle jemanden zu euch senden soll, der euch helfen wird und euch nie verläßt. Dies ist der Geist der Wahrheit... Der Heilige Geist, den euch der Vater an meiner Stelle senden wird, er wird euch an all das erinnern, was ich euch gesagt habe, und ihr werdet es verstehen.
Johannes 14, 15+16+26
Der Heilige Geist, den euch Christus gegeben hat, er bleibt in euch. Deshalb braucht ihr keine anderen Lehrer, der Heilige Geist ist selbst euer Lehrer.
1. Johannes 2,27
Wenn wir Gott alles erzählt haben, was uns bedrängt, sollen wir es damit belassen. Wir sollen darauf Vertrauen, daß Gott es gehört hat und daß es bei ihm gut aufgehoben ist. Wir sollen nicht ständig um uns kreisen und Gott nur als Zuhörer benützen, der selbst nichts zu sagen hat. Das gibt es ja auch im menschlichen Gespräch. Manche benutzen einen nur als Mülleimer. Sie erzählen von sich, aber sie wollen gar keinen Rat hören. Sobald man antwortet, meinen sie, das würden wir halt nicht verstehen, unser Rat würde ihre konkrete Situation nicht berücksichtigen, wir hätten ja keine Ahnung, wie es bei ihnen wirklich zugehe. Wenn ich merke, daß ich als Gesprächspartner nicht ernst genommen werde, werde ich aggressiv. Ich habe keine Lust, nur als Mülleimer zu dienen. Ich möchte dem andern begegnen. Das kann ich aber nur, wenn er auch auf mich hört. Sonst wird es nie ein Gespräch. Gott sollen und dürfen wir nie als Mülleimer benützen. Wir sollen ihm die Chance geben, etwas zu sagen.

Aber da meldet sich schon der Zweifel: Wie sagt Gott denn etwas zu mir, wie kann ich ihn hören? Ich höre doch keine Stimme vom Himmel. Nein, ich höre keine lauten Worte. Aber beim Gebet kommen mir Gedanken. Und ich kann mich fragen, woher die Gedanken kommen. Die Psychologie würde sagen, die Gedanken tauchen aus dem Unbewußten auf Aber warum jetzt gerade dieser Gedanke auftaucht, kann sie auch nicht mit Bestimmtheit erklären. Da ist es durchaus legitim, zu sagen, Gott spreche in den Gedanken zu mir. Es sind meine Gedanken, die in meinem Hirn ablaufen und für Meßinstrumente registrierbar sind Aber in meinen Gedanken spricht eben Gott zu mir. Natürlich kann ich

das auch nicht mit Gewißheit sagen. Ich könnte mir ja auch selbst die Antwort geben. Woher kann ich erkennen, daß Gott in meinen Gedanken zu mir spricht? Die Mönche unterscheiden drei Arten von Gedanken: Gedanken, die von Gott kommen, die von den Dämonen stammen und die aus mir herrühren. Um welche Gedanken sich es jeweils handelt, das kann ich an ihrer Wirkung erkennen. Gedanken, die von Gott stammen, bewirken immer inneren Frieden und eine gelassene Ruhe.

Gott spricht nicht in überzeugenden Argumenten zu uns, sondern in unserem innersten Spüren. Dabei müssen wir zwei Ebenen in uns unterscheiden: die eine Ebene, die halt oberflächlich alle Wünsche erfüllt haben möchte, und die andere Ebene, die wir nur erreichen, wenn wir still genug in uns hineinhorchen und uns vor Gott in unser innerstes Fühlen hineinspüren. Auf dieser Ebene spricht Gott zu uns. Und auch alle Worte Jesu, die uns manchmal überfordern möchten, sind an diese Ebene gerichtet, um uns herauszufordern zu einem Leben, das unserem Innersten Wesen entspricht. Manchmal zeigt mir Gott bei so einem Gebet gar nichts. Dann ist es eben ein Hinweis, daß die Zeit für die Entscheidung noch nicht reif ist, daß ich in aller Demut und Geduld noch warten muß, bis Gott mir eindeutiger zeigt, was für mich der richtige Weg ist.

Gott spricht nicht immer sofort zu uns. Wir müssen vielmehr lange in die Stille hineinhorchen, bis wir sensibel werden für das, was Gott uns sagen möchte. Zu schnell möchten wir Gott unsere eigenen Gedanken in den Mund legen. Wenn Gott schweigt, zwingt er uns, tiefer hineinzufragen, wer dieser Gott wirklich ist. Er lehrt uns, unsere eigenen Phantasien nicht mit Gott und Gottes Worten zu verwechseln. Das Schweigen Gottes macht uns feinfühlig, ob wir in unserem schweigenden Harren nicht doch noch etwas von Gott vernehmen können. Augustinus sagt einmal: ,,Der ist der beste deiner Diener, dem weniger daran liegt, zu hören, was er will, als nur zu wollen, was er von dir hört."

Gott ist nicht ein Gedanke unter vielen. Und wir können ihm nicht begegnen, wenn wir mit unsern Gedanken außerhalb von uns spazierengehen. Wir müssen die Gedanken in unser Herz zurückbinden. Gott begegnen wir nur in unserem Herzen. Die Abwesenheit Gottes auszuhalten, heißt geduldig immer wieder in sein eigenes Herz zurückkommen, um dort auf Gott zu hören.

Aus "Gebet als Begegnung" von Anselm Grün
 
Ich praktiziere die innere Sammlung, indem ich Notizen mache. Das ist vielleicht nicht die geeignete Methode für jedermann. Es gibt Leute, die sagen: ,,Sobald ich einen Bleistift zur Hand nehme, kann ich, mich nicht mehr sammeln,' das scheint mir zu unnatürlich, zu formell." Mir dagegen paßt das sehr gut, weil ich leicht während der Sammlung vor mich hinzuträumen pflegte. Die Tatsache, schreiben zu müssen, verhindert das Ausweichen in Träumereien, in eine oberflächliche Betrachtungsweise, was angenehm sein kann, aber keine Beziehung mehr zur Realität des Lebens hat. Und dann, etwas niederschreiben zu müssen, wirkt wie ein Hammerschlag auf einen Nagel, der dadurch tiefer eindringt. Das verpflichtet uns stärker.
Aus "Zuhören können" von Paul Tournier
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IV. Hilfsmittelzurück zum Inhalt

Es empfiehlt sich, bei der Vorbereitung einer Bibelarbeit mit verschiedenen Bibelübersetzungen zu arbeiten und diese miteinander zu vergleichen. Nach H.v.Siebenthal unterscheiden wir bei den unterschiedlichen Bibelübersetzungen zwischen folgenden Typen: Die uns bekannten Übersetzungen: Luther 84, Züricher, Einheitsübersetzung sind solche, die verschiedene Elemente in sich vereinen, grundsätzlich gehören sie aber in die Kategorie der ,,formorientierten Übersetzungen".

Einige Anmerkungen zu den wichtigsten deutschen Übersetzungen:

Für die Vorbereitung einer Bibelarbeit ist es von Vorteil, wenn man zwei verschiedene Übersetzungstypen benutzt, um einen Text möglichst gut zu erfassen. Für die Zielgruppe ist es dagegen von Vorteil, wenn man eine solche Übersetzung benutzt, die allen das Verstehen eines Textes erleichtert und nicht unnötige Hürden aufrichtet!

Tip: Für die Vorbereitung Einheitsübersetzung und Gute Nachricht Bibel benutzen. Zusätzlich ein Blick in die Revidierte Luther oder die Revidierte Elberfelder oder was immer in dem Kreis üblich ist, in dem die Bibelarbeit gehalten werden soll.

Es gibt einige grundlegende Materialien, die für die Erarbeitung eines Bibeltextes hilfreich sind. Die wichtigsten sind:
 

Material gibt's z.B.:  

V. Verschiedene Arten der Bibelarbeitzurück zum Inhalt

Bibelarbeit über einen überschaubaren Abschnitt zu den Unterpunkten
Zum Beispiel eine Bibelarbeit über das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15).
Das Ziel dabei ist es, einen kurzen, zusammenhängenden Text so zu bearbeiten, daß die wichtigsten Gedanken herausgearbeitet und in eine verständliche und einprägsame Form gebracht werden. Herausforderung hierbei ist es, an einen (bekannten) Text so heranzuführen, daß er wieder interessant wird und man ihn ganz neu hört und begreift.

Bibelarbeit über ein ganzes biblisches Buch zu den Unterpunkten
Zum Beispiel eine Bibelarbeit über den Römerbrief.
Ziel ist es hierbei, Geschichte, Inhalt und Aufbau eines ganzen biblischen Buches vorzustellen. Die Herausforderung dabei ist, die Texte so auszuwählen, daß sie gleichzeitig die wichtigsten Inhalte des Buches aufzeigen und in der zur Verfügung stehenden Zeit zu bearbeiten sind.

Thematische Bibelarbeit zu den Unterpunkten
Zum Beispiel eine Bibelarbeit zum Thema Schuld und Vergebung
Ziel: Aussagen, die über die ganze Bibel verteilt sind, unter einem thematischen Gesichtspunkt auszuwählen und zu bearbeiten. Herausforderung dabei ist es wieder, einerseits einen Überblick über die Aussagen der Bibel zu geben und auf der anderen Seite die Textauswahl so zu begrenzen, daß man sie an einem Gruppenabend bearbeiten kann.
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VI. Den Text auswählen und erschließenzurück zum Inhalt

Zunächst sollte man den Text gründlich kennenlernen und selber einen Zugang dazu finden. Man gewinnt bei der Vorbereitung am, wenn man sich zuerst nur an den Bibeltext hält und andere Hilfsmittel wie meisten Kommentare oder Lexika erst hinzuzieht, wenn man einen eigenen Bezug zum Text gefunden hat. Folgende Stichworte können bei der Vorbereitung eine Hilfe sein:

Den passenden Text finden zu den Unterpunkten
Bibelstellen, die zu einem bestimmten Thema oder einer bestimmten Frage passen, findet man im Bibellexikon unter dem entsprechenden Stichwort oder über eine Konkordanz.

Versangaben zu biblischen Personen findet man im Bibellexikon oder in einem biographischen Lexikon zur Bibel.

Sucht man ausgewählte Verse für eine Bibelarbeit über ein ganzes biblisches Buch, kann man sich an der Gliederung orientieren, die in den meisten Bibeln zur Einleitung einem Buch vorangestellt ist. Anhand dieser kann man sehen, welche Schwerpunkte das Buch setzt und dann nach passenden Versen suchen. Ebensogut hilft ein Blick ins Bibellexikon.

Auch wenn der Text vorgegeben ist, der bearbeitet werden soll, muß man möglicherweise noch eine Auswahl treffen, um den Rahmen der Bibelarbeit nicht zu sprengen oder weitere Stellen hinzuziehen, die ein zusätzliches Licht darauf werfen (Bsp.: Im Buch Micha finden sich kaum biographische Angaben über den Propheten, dafür aber etliche in den Königs- und Chronikbüchern und bei Jeremia).

Generell gilt: Für die Vorbereitung einer Bibelarbeit sollten möglichst alle relevanten Textstellen bearbeitet werden, für die Durchführung sollten möglichst wenige aber zentrale Textstellen ausgewählt werden.
 

Erstes Lesen zu den Unterpunkten
Den Text mehrfach gründlich lesen, verschiedene Übersetzungen vergleichen und eventuelle Unterschiede feststellen. Die Antworten auf folgende Fragen notieren:

Um was für eine Art Text handelt es sich? zu den Unterpunkten
Die Bibel ist eine Sammlung von ganz unterschiedlichen Schriften, die über einen sehr langen Zeitraum entstanden sind. Es gibt z.B. Erzählungen, Berichte, Reden, Gleichnisse, Predigten, Gebete, Briefe, Prophetien, Poesie, Lieder, Lehrsprüche usw. In einem Bibellexikon kann man sich über die Besonderheiten der jeweiligen Textgattung informieren. Manche Texte sind ohne dieses Hintergrundwissen nicht oder leicht falsch zu verstehen.
 

Den geschichtlichen Hintergrund erfassen zu den Unterpunkten
Es hilft, sich eine möglichst plastische Vorstellung von der Zeit zu machen, in welcher der Text angesiedelt ist. Manches wird so erst verständlich. Mit Lexikon, Kommentar und Bibelatlas kann man versuchen, folgende Fragen zu beantworten:

Begriffe klären zu den Unterpunkten
Häufig haben die Begriffe, die in einem Bibeltext verwendet werden dort eine ganz andere Bedeutung als heute. Auch bekannte Begriffe wie Glaube, Sünde, Gnade usw. sollte man auf ihre Bedeutung im jeweiligen Text befragen und nicht einfach sein eigenes Verständnis zugrunde legen. Mit Hilfe von Konkordanz oder Verweisstellen und Lexikon kann man klären: Die Personen skizzieren zu den Unterpunkten
In den meisten biblischen Texten treten Personen oder Personengruppen auf. Indem man sich mit ihnen auseinandersetzt findet man oft den besten Zugang zum Text. Fragen dazu: Textzusammenhänge verstehen zu den Unterpunkten
Manche Texte sind nur zu verstehen, wenn man sie in den Gesamtzusammenhang der Bibel, bzw. des Buches, in dem sie stehen einordnen kann. Zum Beispiel ist die Anklagerede des Paulus gegen die Heiden in Römer 1,18-32 nur dann richtig zu lesen, wenn man weiß, daß er es eigentlich darauf anlegt, den Juden zu zeigen, daß sie selbst nicht besser dastehen als die Heiden (was erst im folgenden Kapitel deutlich wird).
Um diese Zusammenhänge herauszufinden könnte man einmal das gesamte biblische Buch und / oder einen Kommentar darüber lesen, zumindest aber die angegebenen Querverweise und das, was vor dem gewählten Text und danach steht und versuchen, folgende Fragen zu beantworten: Den Hauptgedanken des Textes benennen zu den Unterpunkten
Jeder Text hat ein Ziel, das es gilt herauszustellen. Gemeint sind nicht die einzelnen Gedanken des Textes, sondern die dahinterstehende Absicht, der Hauptgedanke des Verfassers. Er kann als Leitlinie dienen, für die Durchführung der Bibelarbeit. Darum sollte man ihn einmal mit eigenen Worten in einem Satz formulieren und aufschreiben.
 

Die eigene Interpretation zu den Unterpunkten
Eine erste persönliche Auswertung der vorherigen Schritte. Sie sollte mit Gebet und mit der nötigen Zeit erfolgen. Man kann dabei versuchen, sich über folgende Fragen klar zu werden:

Andere Auslegungen hinzuziehen zu den Unterpunkten
Auslegungen anderer, zum Beispiel in einem Kommentar, können die eigene Auseinandersetzung mit der Bibel nicht ersetzen. Sie helfen aber, die eigenen Gedanken zum Text zu ergänzen. Man sollte die Arbeit der Ausleger nicht geringschätzen, denn sie haben sich mit diesem Abschnitt der Bibel eine lange Zeit beschäftigen können und besitzen somit einen erheblichen ,,Wissensvorsprung". Bei deutlich abweichenden Meinungen, sollte man sich nicht scheuen, den Pastor hinzuzuziehen. Mögliche Fragen an einen Kommentar sind:  zurück zum Inhalt
 

VII. Erste Formgebungzurück zum Inhalt

Nachdem man den Bibeltext für sich erarbeitet hat, geht es nun darum, sich zu überlegen, wie man andere, die sich nicht so gründlich damit befaßt haben, an ihn heranführen kann. Mögliche Fragen bei der Vorbereitung:

Wer sind die Teilnehmer? zu den Unterpunkten
Sich ein Bild von den Teilnehmern der Bibelarbeit zu machen ist ebenso wichtig wie die Erschließung des Bibeltextes und sollte mit der gleichen Sorgfalt geschehen. Man kann sich dabei (evtl. anhand einer Liste der Teilnehmer) folgende Fragen stellen:

Je besser man die Teilnehmer kennt, desto besser kann man sich auf sie einstellen und das, was man sagt, auf ihre Bedürfnisse zuschneiden. Außerdem kann man schon während der Vorbereitung bewußt für sie beten.
 

Welche Erwartungen hat die Gruppe? zu den Unterpunkten
Es gibt - bei aller Überschneidung - vier unterscheidbare Einstellungen der Teilnehmer einer Bibelgruppe zum Text, den sie gewählt haben. Sie möchten:

(O. Schweitzer; Werkbuch Bibelarbeit)
 
Was möchte ich vermitteln? zu den Unterpunkten
Gibt es etwas, das mir ,,auf den Nägeln brennt"? Was ich gerne an die anderen weitergeben möchte? Sagt Gott mir etwas für eine bestimmte Person oder die ganze Gruppe? Oder möchte ich nichts Eigenes geben, sondern die anderen ,,nur" bei der gemeinsamen Erschließung des Textes unterstützen?
 

Auf welche Weise möchte ich die Gruppe ansprechen? zu den Unterpunkten
Eine Bibelarbeit kann im Idealfall Wissen vermitteln, Gefühle ansprechen und Handlungsorientierung bieten.
Wissen wird am besten durch die Verwendung geeigneter Medien vermittelt. Dies sollte kurz und klar geschehen und nicht überbetont werden.
Gefühle sollen nicht manipuliert werden. Die Gefühlsebene soll aber auch nicht ausgeklammert werden. Sie könnte zum Beispiel mit einbezogen werden, wenn man ehrlich von sich
selber erzählt, wenn man weitergibt, was einen selber begeistert oder wenn man die Bilder, die die Bibel anbietet (zum Beispiel von der Größe Gottes), vor Augen malt.
Verhalten orientiert sich am ehesten an glaubwürdigen Vorbildern und erprobten Modellen. Beispiele von Menschen, die glaubwürdiges Christsein leben, können eine Bibelarbeit bereichern. Moralisieren und Patentrezepte sind unglaubwürdig
 

Welchen Schwerpunkt möchte ich setzen?
Welche Textstellen wähle ich aus? Welche kann ich weglassen? Wie kürze ich das Material so, daß es den Rahmen nicht sprengt?
 

Welche Hintergrundinformationen will ich geben?
Wie vermittle ich sie so, daß sie ankommen? Welche Informationen sind wichtig, welche unwichtig
 

In welcher Form will ich an den Text heranführen?
Soll die Gruppe ihre Ergebnisse selbst erarbeiten? Will ich einen eigenen Gedanken vermitteln? Welche kreativen Wege gibt es, die Beschäftigung mit dem Text interessant zu machen? Soll die Beschäftigung mit dem Text in der großen Runde oder inKleingruppen stattfinden? Wie lockere ich den Ablauf auf? Vergleiche dazu Punkt IX.
 

Welche Materialien kann ich benutzen? zu den Unterpunkten
Medien zur bildlichen Darstellung sollten auf jeden Fallverwendet werden:

Bezugsquellen: Was kann ich am Ende noch streichen?
Die Themenbearbeitung dauert meist länger als man es sich vorher ausrechnet. Die vollendete Form ist erreicht, wenn man nichts mehr weglassen kann.
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VIII. Der Ablaufzurück zum Inhalt

An einem typischen  Gruppenabend ist meist etwa eine bis maximal anderthalb Stunden Zeit für die eigentliche Bibelarbeit. Sinnvoll ist eine Absprache mit dem, der durch den allgemeinen Teil führt (also die Leute begrüßt, Infos weitergibt USW.) darüber, wieviel Zeit man braucht. Sinnvoll ist es auch, Gelegenheit zum Teeeinschenken und zur Verproviantierung zu geben bevor man mit der Bibelarbeit beginnt, damit dies nicht geschieht, während man redet und dann stört.

Der Kreativität bei der Gestaltung des weiteren Ablaufs sind keine Grenzen gesetzt. Eine genaue Zeitplanung ist sinnvoll - meist dauert die Durchführung einer Bibelarbeit länger als man vorher denkt. Folgendes Gliederungsmodell kann eine Hilfe bei der Planung sein (praktische Tips gibt es unter Punkt IX):

Hinführung zum Thema
Der Einstieg leitet vom allgemeinen Teil zum eigentlichen Thema über. Er sollte Interesse wecken und auflockern, ggf. müde Geister munter machen, dabei aber nicht viel länger als fünf bis zehn Minuten dauern. Sinnvoll ist es, einen Überblick zu geben, wie der weitere Ablauf aussieht.

Vorstellung des Textes
Der Text muß in irgendeiner Form miteinander gelesen werden, damit alle eine gemeinsame Grundlage für den folgenden Austausch haben. Dabei sollte der Text so präsentiert werden, daß die Aufmerksamkeit erhalten bleibt. Man sollte sich dabei überlegen, wieviel Text notwendig ist und wieviel Text zuviel ist. Hintergrundinformationen können vor oder nach dem Lesen des Textes gegeben werden.

Erabeitung des thematischen Schwerpunkts
Die eigentliche Arbeit. Die Gruppe tauscht sich unter Anleitung über den Bibeltext aus. In der Regel besteht in der Gruppe die Erwartung, daß der Austausch von dem, der das Thema vorbereitet hat in irgendeiner Form leitend gestaltet wird, damit er nicht abflacht und die notwendige Spannung erhalten bleibt. Auf der anderen Seite will niemand gerne überfahren und in eine bestimmte Richtung gegängelt werden. Der Gesprächsleiter trägt die Verantwortung dafür,

Zusammenfassung der Ergebnisse

Der Gesprächsleiter bündelt das, was von der gesamten Gruppe erarbeitet worden ist und stellt den Kern des Gesprächs, das Ergebnis, bzw. die wichtigsten Aspekte noch einmal klar heraus. Auf diese Bündelung sollte nicht verzichtet werden, weil hier auch nach einem verworrenen Gesprächsverlauf noch einmal gezeigt werden kann, worauf es ankommt.

Abschluß
Der Abschluß rundet den Abend ab und läßt ihn ausklingen. Der Schlußpunkt sollte bewußt und rechtzeitig gesetzt werden, möglichst bevor die Gruppe ganz ermüdet ist, auch dann, wenn noch manches zu sagen wäre. Das persönliche Gespräch kann anschließend noch weitergehen. Bei der Gestaltung des Abschlusses kann man noch einmal einen stimmungsmäßigen oder gedanklichen Schlußakzent setzen, der den Hauptgedanken des Bibeltextes aufgreift und den Leuten etwas mit auf den Weg gibt.
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IX. Praktische Tipszurück zum Inhalt

Möglichkeiten der Einleitung zu den Unterpunkten Möglichkeiten, den Text zu präsentieren zu den Unterpunkten Erarbeitung des Textes zu den Unterpunkten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit einer Gruppe einen Text zu erarbeiten. Grundsätzlich gilt dabei, daß immer die gleiche Methode irgendwann langweilt, daß aber ebenso jedesmal eine neue Methode überfordert und unruhig macht. Einige Beispiele sind:

Moderiertes Gespräch
Ein oder mehrere Gruppenleiter sind vorbereitet und führen durch Fragen und Gesprächsimpulse an den Bibeltext heran. Vorteil hierbei ist, daß man in einer großen Gruppe ins Gespräch kommen kann und einen Austausch mit vielen anderen hat. Nachteil kann sein, daß das Gespräch nicht so leicht in Gang kommt und das stillere Teilnehmer sich eher zurückhalten. Außerdem ist es schwieriger das Gespräch in Gang zu halten, besonders, wenn einem dies ohnehin schwer fällt.

Gruppenarbeit
Die Teilnehmer setzen sich in getrennten Kleingruppen zusammen und bearbeiten miteinander ein Thema, das ihnen (schriftlich) vorgegeben wird. Die Gruppenarbeit kann in der großen Runde abgeschlossen werden, indem jede Gruppe ihre Ergebnisse vorstellt. Vorteil der Gruppenarbeit: Die Teilnehmer kommen leichter ins Gespräch; es können verschiedene Aspekte eines Themas parallel bearbeitet werden; es braucht nur ein geringes Maß an Gesprächsleitung.

Bienenkorb
Die Gruppe bleibt in der großen Runde zusammen, aber zum beantworten einzelner Fragen setzen sich jeweils zwei oder drei Teilnehmer zusammen und reden miteinander.
Vorteil: Die Atmosphäre wird etwas aufgelockert und Gespräche kommen leichter in Gang.

Einzelarbeit
Jeder Teilnehmer bekommt einen Arbeitsauftrag, den er für sich allein lösen soll. Zum Beispiel bekommt er einen Bibelvers zugeteilt, zu dem er Fragen beantworten soll. Als Akzent im Rahmen einer Bibelarbeit geeignet, jedoch nicht für die ganze Bibelarbeit.

Brainstorming
Keiner macht eine Vorgabe. Der Text wird gemeinsam gelesen und jeder trägt bei, was ihm dazu einfällt. Ist von der Tagesform der Teilnehmer abhängig. Die Gefahr hierbei liegt darin, daß das Niveau des Austauschs abflacht und dieser für alle langweilig wird.

Rollenspiel
Einige Teilnehmer bekommen je eine Karteikarte auf der eine Persönlichkeit (der Bibel) charakterisiert wird und einige Spielanweisungen gegeben werden. Mit diesen Vorgaben sollen sie eine Szene spielen, die entweder eine biblische Geschichte darstellt oder eine aktuelle Situation, auf die der Bibeltext passen könnte. Anschließend kann man sich darüber austauschen, wie es war, in die entsprechende Rolle zu schlüpfen und wie das Spiel auf die Zuschauer gewirkt hat. Ein Rollenspiel muß bei der Vorbereitung sehr gut durchdacht werden.

Mind Mapping
Ähnlich wie Brainstorming. Ein zentraler Begriff wird auf eine Folie oder auf Papier geschrieben. Dann sagt jeder, was ihm zu diesem Begriff einfällt. Jeder Gedanke wird als Ast an den ersten Begriff gemalt. Zu jedem dieser Äste werden wieder die Assoziationen zusammengetragen und als Zweige an den jeweiligen Ast gemalt. So entsteht ein immer größerer Baum, der zeigt, wie komplex das Thema ist (auch zur Vorbereitung geeignet). Vgl. dazu die entsprechende Literatur.

Rallye
Kann auch in Gruppen durchgeführt werden. Die Teilnehmer sind in Bewegung und begeben sich zu verschiedenen Stationen, an denen sie Arbeitsaufträge lösen sollen. Vorteil der Rallye: Sie lockert den Ablauf auf und hält die Teilnehmer wach.

Vortrag
Derjenige, der die Bibelarbeit hält, gibt Informationen von vorne. Ein Vortrag kann, wenn er gut gemacht ist sehr anregend sein. Nachteil: Alle anderen sind passiv, ermüden schnell. Gelegenheiten zu Rückfragen müssen gegeben werden. Möglichkeiten, andere mit einzubeziehen sollten genutzt werden (z.B. Zitate lesen lassen).

Andacht
Derjenige, der den Abend gestaltet legt den Text aus, mit dem Ziel, den anderen einen zentralen Gedanken treffend zu vermitteln.

Geeignete Fragen und Gesprächsimpulse zu den Unterpunkten
Fragen und Gesprächsimpulse sollen dazu dienen, den Teilnehmern einen lebendigen Austausch zu ermöglichen. Sie sollen also für die Teilnehmer wirklich interessant sein. Dies ist dann der Fall, wenn es dem Gesprächseiter gelingt, Fragen zu formulieren, die die Gesprächsteilnehmer bewußt oder unbewußt bereits selbst beschäftigen. Ebenso, wenn er bei den Teilnehmern Gedanken wecken kann, die entweder deren bisherige Sicht der Dinge erweitern, oder zu einer ganz neuen Sicht der Dinge führen. Was dazu geeignet ist, muß man mit dem eigenen Einfühlungsvermögen und der eigenen Erfahrung herausfinden.

Fragen oder Gesprächsimpulse könnten zum Beispiel...
...das Textverständnis vertiefen. Dazu können alle Fragen dienen, die man sich auch bei der Vorbereitung gestellt hat, sofern diese ohne zu großen Aufwand zu beantworten sind.

...dazu anregen, aktuelle Parallelen zum Text zu entdecken (,,Welche heutigen Situationen sind mit der des Bibeltextes vergleichbar?").

...den Bibeltext zum eigenen Erleben und zu eigenen Erfahrungen in Beziehung setzen (,,Hat jemand sich schon mal in einer ähnlichen Situation befunden, wie sie der Psalmbeter beschreibt?").

...dazu anregen, Modelle zu überlegen, wie der Bibeltext heute umgesetzt werden könnte (,,Wer sind heute die Aussätzigen? Wie können wir ihnen heute begegnen wie Jesus?").

Ansonsten gilt:

Möglichkeiten den Abschluß zu gestalten zu den Unterpunkten Man sollte sich für eine einzige Möglichkeit entscheiden und nicht alles aneinanderreihen, da dies eher ermüdet und zerstreut.
 

Tips zur Gesprächsleitung zu den Unterpunkten

Kurze Anleitung, sich selbst und andere mit einer Bibelarbeit zu frustrieren: zu den Unterpunkten

1. Sage Dir stets: ,,Ich darf auf keinen Fall einen Fehler machen!"

2. Sei überzeugt, daß Du Dir durch die Bibelarbeit die Anerkennung der anderen verdienen mußt. Setze jedesmal Dein ganzes Selbstbewußtsein aufs Spiel, wenn Du Dich der Gruppe aussetzt.

3. Bereite Dich erst im letzten Moment vor.

4. Halte lange Monologe in denen Du Dein Wissen präsentierst.

5. Benutze möglichst viele fromme Standardfloskeln; erläutere diese auf keinen Fall.

6. Strecke die anderen mit einigen gezielten Salven von Bibelzitaten nieder.

7. Bekämpfe andere Meinungen nachdrücklich, besonders wenn sie unbiblisch sind (dabei Punkt 6 nicht vergessen).

8. Überziehe die übliche Zeit um mindestens eine halbe Stunde.

9. Nimm es in jedem Fall persönlich, wenn der Abend nicht wie erwartet läuft oder etwas daneben geht. Halte dir dies vor Augen, wenn Du das nächste Mal gefragt wirst, ob Du eine Bibelarbeit halten willst.

10. Wenn Du keine Rückmeldung bekommst, wie Deine Bibelarbeit bei den anderen angekommen ist, gehe davon aus, daß sie ihnen nicht gefallen hat. Frage diesbezüglich niemals nach.
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X. Für absolute Notfälle: Bibelfix von Maggizurück zum Inhalt

Es sollte nicht so sein, aber in der Praxis kommt es natürlich immer wieder vor, daß man seine Bibelarbeit nicht rechtzeitig vorbereitet hat und plötzlich merkt, daß die Zeit ziemlich knapp geworden ist. Darum gibt es hier vier Instant-Tüten-Bibelarbeiten zum aufbrühen. Garantiert in 15 - 30 Minuten fertig. Aber Vorsicht! Bewirkt bei übermäßiger Anwendung Überdruß und führt zu geistiger und geistlicher Verflachung.
 

Bibelfix Nummer 1 (Grundversion)
Zutaten: Bibeln

1. Wähle einen Bibeltext.

2. Bereite drei Arbeitsblätter für Gruppenarbeiten vor. Schreibe als Arbeitsanweisung darauf:

3. Laß die Gruppen ihre Ergebnisse anschließend austauschen.
 

Bibelfix Nummer 2
Zutaten: Je zwei bis drei Ausgaben einer modernen Bibelübersetzung und einer, die sich nahe am Urtext hält (z.B. Hoffnung für alle und Einheitsübersetzung). Zwei bis drei mal Papier und Stifte.

1. Sofern nicht vorgegeben: Wähle einen kurzen, überschaubaren Text, am besten einen, der Stoff zu kontroversen Diskussionen gibt (Paulus).

2. Bilde 2-3 Gruppen, wenn ausreichend Teilnehmer und Bibeln da sind.

3. Laß den Text in den Gruppen in den zwei verschiedenen Übersetzungen lesen. Gib den Gruppen folgende Arbeitsaufträge:

Bibelfix Nummer 3
Zutaten: Kopiermöglichkeit, ein großer Bogen Papier, Stifte.

1. Wähle einen überschaubaren Text.

2. Fertige davon Kopien für jeden Teilnehmer an.

3. Laß die Teilnehmer jeweils einzeln den Text lesen und die Verse mit folgenden Symbolen markieren:

? = Das verstehe ich nicht.
O = Damit verbinde ich ein persönliches Erlebnis.
* = Da bin ich anderer Meinung.
> = Da habe ich eine Idee, wie man es praktisch umsetzen kann.
4. Laß die Teilnehmer der Reihe nach erzählen, was sie angestrichen haben.

5. Fertige auf Folie oder auf Papier ein Mind Map (s.o.) an. Zeichne für jeden der vier Punkte einen Grund-Ast, der sich durch die einzelnen Beiträge immer weiter verzweigt.

6. Wenn alle ihren Beitrag geleistet haben, laß über den Baum sprechen und versuche, die Zweige weiterzuführen.
 

Bibelfix Nummer 4
Zutaten: Ein bis mehrere aktuelle Zeitungen, ca. drei Konkordanzen, Bibeln.

1. Kaufe einige Ausgaben einer aktuellen Tageszeitung

2. Schneide einige aktuelle Leitartikel mit interessanten Themen aus

3. Bereite drei Gruppenarbeiten vor. Jede Gruppe erhält dabei einen Zeitungsartikel, Bibeln, eine Konkordanz und ein Arbeitsblatt mit folgenden Anweisungen:

Die Konzepte den Umständen anpassen und nach belieben mit eigenen Ideen abschmecken und ergänzen. Abschließend das Ganze der Gnade Gottes anbefehlen und mutig durchziehen.
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Schlußwort

In Frankfurt gibt es eine Gemeinde, die einmal im Jahr die "Goldene Banane" verleiht. Die bekommt der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin, der oder die eine sehr gute Idee hatte, alles für die Umsetzung gegeben hat, vielleicht noch viele mit auf den Weg genommen hat - und mit dieser Idee gescheitert ist! Diese Auszeichnung wird also - wohlgemerkt - für die größte Bauchlandung des Jahres verliehen. Der Christ, der sie bekommt, wird vor den Augen aller als Vorbild hingestellt! Dahinter steckt der Gedanke: Nur wenn in der Gemeinde eine Atmosphäre herrscht, in der es leichtfällt, Fehler zu machen, werden die Christen etwas wagen. Und nur eine Gemeinde, in der die Christen etwas wagen, wird von geistlicher Leidenschaft geprägt sein....

Macht bewußt einmal Dinge ganz anders, als Ihr es bisher gemacht habt! Lernt von anderen Gemeinden! Durchbrecht Eure eingespielten Routinen! Ja, dabei werden Euch Fehler unterlaufen und es kann auch sein, daß einzelne Christen verletzt werden und Ihr um Vergebung bitten müßt. Aber hat eigentlich schon einmal jemand ausgerechnet, wieviel Schaden durch Gemeinden angerichtet wird, die keinen Mut zum Experimentieren aufbringen und folglich schon seit Jahrzehnten unbeirrt ihre eingeschlagen Pfade ziehen?

Aus "Leidenschaft einüben" von Manfred Beutel
 
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Diese Seite wurde zuletzt am 14.03.02 bearbeitet.